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MARVIN GAYE….

Marvin Gaye (eigentlich Marvin Pentz Gay; * 2. April 1939 in Washington, D.C.; † 1. April 1984 in Los Angeles) war ein US-amerikanischer Soul- und R&B-Sänger der 1960er, 1970er und frühen 1980er Jahre.

Leben

Marvin Gaye wurde als Marvin Pentz Gay, Jr. in Washington, D.C. geboren. Sein Vater war Priester der Pfingstgemeinde Church of God, House of Prayer, einer konservativen Sektion der Church of God. Marvin Gaye hatte einen älteren Halbbruder, Michael Cooper, eine ältere und eine jüngere Schwester und einen jüngeren Bruder, Frankie Gaye, der selbst später ebenfalls Musiker wurde. Das „e“ fügten Marvin und sein Bruder nachträglich ihrem Nachnamen hinzu – einerseits um Sam Cooke zu imitieren, der dasselbe getan hatte, andererseits um sich von ihrem Vater abzugrenzen und auch um Doppeldeutigkeiten im Zusammenhang mit ihrem Namen („gay“ steht im Englischen auch für „schwul“) zu vermeiden. Marvin Gaye sang im Schulchor und lernte später Klavier und Schlagzeug spielen. Als Schlagzeuger arbeitete Gaye später u. a. mit Smokey Robinson und den Miracles.

Nach dem Schulabschluss trat Gaye in die US-Luftwaffe ein. Nach seiner Entlassung spielte er in verschiedenen Doo Wop Gruppen, u. a. bei The Rainbows. Mit Bo Diddley veröffentlichten The Rainbows die Single Wyatt Earp (1958, Okeh). Sie wurden anschließend von Harvey Fuqua engagiert und benannten sich in The Moonglows um. Mama Loocie (1959, Chess Records) war Gayes erste Single mit The Moonglows.

Die Jahre bei Motown

Nach einem Konzert in Detroit, Michigan, wurde Gaye von Berry Gordy Jr. von Motown Records für eine Solokarriere unter Vertrag genommen. Marvin Gaye heiratete 1961 dessen Schwester, Anna Gordy. Er veröffentlichte bis 1962 drei Singles, die allesamt nicht erfolgreich waren. Erst sein vierter Versuch, Stubborn Kind of Fellow, und die 1963 veröffentlichten Singles Hitch Hike und Can I Get a Witness waren kleine Hits.

Pride and Joy (1963) wurde ein „Smashhit“, aber Gaye war zunehmend unzufrieden mit der Rolle des romantischen Schnulzensängers, in die er sich bei Motown Records gezwungen sah. Together (1964) war Gayes erstes Album, das es in die Charts schaffte. Bis 1977 brachte er 39 Top-40-Songs für Motown heraus, viele davon Duette mit Mary Wells, Kim Weston und Tammi Terrell.

Zusammen mit Terrell, mit der er seit 1967 zusammenarbeitete, hatte er viele große Hits, wie Ain’t No Mountain High Enough (1967), Your Precious Love (1967), Ain’t Nothing Like the Real Thing (1968) und You’re All I Need to Get By (1968). Dazwischen hatte Gaye seinen bis dato größten Hit I Heard It Through the Grapevine. Der Zusammenarbeit mit Terrell war nur kurze Dauer beschieden. Nachdem sie bereits seit 1965 oder 1966 unter immer wiederkehrenden Kopfschmerzen litt, die im Laufe der Zeit zunahmen, kollabierte Terrell am 14. Oktober 1967 in Hampden-Sydney, Virginia bei einem gemeinsamen Auftritt im Rahmen einer Tournee. Nachdem sich bei ihr kurz darauf zusätzlich Lähmungserscheinungen zeigten, brach Terrell die Tournee ab, um sich im Krankenhaus von Philadelphia untersuchen zu lassen. Dort wurde erst bei ihrem zweiten Aufenthalt im Januar erkannt, dass sie an einem Hirntumor erkrankt war. Währenddessen führte Gaye die Tournee mit anderen Gesangspartnerinnen zu Ende. Nach insgesamt sieben Operationen zur Beseitigung des Tumors und der Folgeschäden starb Terrell am 16. März 1970. Zwischenzeitlich nahm diese, soweit es ihr Gesundheitszustand zuließ, weiter im Studio auf, auch zusammen mit Gaye. Teilweise wurden damals aber auch Soloaufnahmen Terrells aus der Zeit vor dem Bekanntwerden ihrer Krankheit durch Gaye besungen und durch Overdubbing zu Duetten gemacht. Ob Terrell die letzten vier Lieder des letzten gemeinsamen Albums Easy selbst sang, oder ob es Valerie Simpson war, dazu gibt es unterschiedliche Aussagen. Marvin Gaye hielt bei der Beerdigung Tammi Terrells eine bewegende Rede und fiel danach in Depressionen.

Gaye veröffentlichte 1971 das Album What’s Going On, das eines der berühmtesten Soulalben wurde und sich aufgrund der musikalischen Arrangements (Verwendung von Elementen aus Jazz und Klassik) sowie der Texte (politische Aussagen zu Umweltschutz, politischer Korruption, Drogenmissbrauch und Vietnamkrieg) von anderen damaligen Produktionen des Genres und insbesondere der Motown-Produktionen unterschied. In dem Album verarbeitete Gaye sein Entsetzen über die Berichte seines Bruders Frankie, der gerade aus dem Vietnam-Krieg zurückgekehrt war, seine Trauer über den frühen Tod seiner Duettpartnerin Tammi Terrell und diverse private Probleme. Die Inspiration kam durch die Musiker Renaldo „Obie“ Benson und Al Cleveland, die Gaye im Juni 1970 aufmunterten, ihren neuen Song What’s going on mitzuproduzieren und ihn bei Motown zu veröffentlichen. Schließlich wurde entschieden, dass Gaye selbst den Gesangspart übernehmen sollte. Berry Gordy weigerte sich zunächst, die Single zu veröffentlichen, da er sie für zu kritisch und kommerziell wenig erfolgversprechend hielt. Erst als Gaye damit drohte, nie wieder für Motown zu singen, lenkte Gordy ein. Nachdem die Single mit Platz eins der R&B- und Platz zwei der US-Pop-Charts großen Erfolg hatte, machte Gordy eine Kehrtwendung und forderte Gaye dazu auf, ein komplettes Album in diesem Stil zu produzieren. Gaye erhielt dabei weitreichende Freiheiten. Das daraus resultierende gleichnamige Album hatte drei Top-Ten-Singles, u. a. das Titelstück und Mercy Mercy Me. What’s Going On? ist ein „in sich geschlossenes“ Album, da die einzelnen Songs ohne Pausen ineinander übergehen.

Let’s Get It On (1973) war ein sexuell und romantisch aufgeladenes Album, das sehr erfolgreich war und es bis in die Charts schaffte. Am 4. September 1974 wurde Marvin Gayes Tochter Nona Gaye geboren. Gaye tat sich mit Diana Ross als „Marvin and Diana“ zusammen und veröffentlichte den Soundtrack zu Trouble Man. I Want You war 1975, in dem Jahr, in dem seine Ehe schließlich scheiterte, das nächste Soloalbum. Aufgrund unterlassener Unterhaltszahlungen zwang ein Gerichtsurteil Gaye 1976, ein weiteres Album aufzunehmen und die Tantiemen daraus seiner Ex-Frau zu überschreiben. Bei dem Album handelte es sich um Here, My Dear (1978), ein sehr persönliches Album, so intim, dass Anna Gordy darüber nachdachte, Gaye wegen Verletzung ihres Persönlichkeitsrechts zu verklagen. 1980 trat Gaye beim Montreux Jazz Festival auf. Nach einer erfolglosen Single und einer rasch gescheiterten zweiten Ehe zog Gaye zunächst nach Hawaii und, als er Probleme mit der US-amerikanischen Steuerbehörde bekam, 1981 schließlich ins belgische Ostende.

Comeback und plötzlicher Tod

Noch in Belgien begann Gaye, an In Our Lifetime zu arbeiten, das das Ende seiner Zusammenarbeit mit Motown markierte. Er unterschrieb 1982 einen Vertrag mit Columbia Records und veröffentlichte Midnight Love. Dieses Album enthielt einen seiner bekanntesten Songs, Sexual Healing.

Schon seit den Jahren bei Motown war Gaye kokainabhängig. Nach einer Amerikatournee, während der er mit gesundheitlichen Problemen und Depressionen zu kämpfen hatte, zog er im Sommer 1983 zu seinen Eltern, um sich in deren Haus zurückzuziehen. Mehrfach drohte Gaye nach Streitigkeiten mit seinem Vater damit, sich umzubringen. Am 1. April 1984, einen Tag vor seinem 45. Geburtstag, wurde Gaye von seinem Vater im Verlauf eines weiteren Streits erschossen. Dieser wurde dafür wegen Totschlags zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Marvin Gayes Andenken

Marvin Gaye wurde 1987 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Zahlreiche Musiker erwiesen Gaye in ihren Werken die Reverenz: The Commodores in Nightshift (1985), 2Pac, ODB, Erick Sermon, Beginner, Bloodhound Gang, Red Hot Chili Peppers, Greg Dulli/ The Afghan Whigs, Samy Deluxe, Elton John, Johnny Guitar Watson, Beyoncé Knowles, Warren G, Busta Rhymes, Ja Rule, India.Arie, Muff Potter, John Mayer in Inner City Blues (Make me wanna holler), Violent Femmes, Timbaland, Spandau Ballet, Sarah Connor in Your precious Love (2007) – eine Duett-Coverversion, bei der Marvin Gayes Stimme eingespielt wurde, Fettes Brot in Hörst du mich? (2008), Drake in Marvins Room (2011) – und Big Sean feat. Kanye West & Roscoe Dash in Marvin And Chardonney (2011).

Das Rolling Stone setzte ihn auf Platz 6 der 100 besten Sänger aller Zeiten.

Diskografie

Singles

In dieser Tabelle befinden sich die Songs, die sich in den Charts der drei Länder etablieren konnten.

Jahr Single DE UK US
1962 Stubborn Kind of Fellow - - 46
1962 Hitch Hike - - 30
1963 Pride and Joy - - 10
1963 Can I Get a Witness - - 22
1963 I’m Crazy ‘Bout My Baby - - 77
1964 You Are a Wonderful One - - 15
1964 Once Upon a Time (feat. Mary Wells) - 50 19
1964 What’s the Matter with You Baby (feat. Mary Wells) - - 17
1964 Try It Baby - - 15
1964 Baby Don’t You Do It - - 27
1964 What Good Am I Without You (feat. Kim Weston) - - 61
1964 How Sweet It Is (To Be Loved by You) - 49 6
1965 I’ll be Doggone - - 8
1965 Pretty Little Baby’ - - 25
1965 Ain’t That Peculiar - - 8
1966 One More Heartache - - 29
1966 Take This Heart of Mine - - 44
1966 Little Darling (I Need You) - - 47
1966 It Takes Two (feat. Kim Weston) - 16 14
1966 Ain’t No Mountain High Enough (feat. Tammi Terrell) - - 19
1967 Your Unchaning Love - - 33
1967 Your Precious Love (feat. Tammi Terrell) - - 5
1967 You - - 34
1967 If I Could Build My Whole World Around You (feat. Tammi Terrell) - 41 10
1968 If This World Were Mine (feat. Tammi Terrell) - - 68
1968 Ain’t Nothing Like the Real Thing (feat. Tammi Terrell) - 34 8
1968 You’re All I Need to Get By (feat. Tammi Terrell) - 19 7
1968 Chained - - 32
1968 Keep On Lovin’ Me Honey (feat. Tammi Terrell) - - 24
1968 You Ain’t Livin’ Till You’re Lovin (feat. Tammi Terrel) - 21 -
1968 I Heard It Through the Grapevine 48 1 1
1969 Good Lovin’ Ain’t Easy to Come By (feat. Tammi Terrell) - 26 30
1969 Too Busy Thinking About My Baby - 5 4
1969 That’s the Way Love Is - - 7
1969 Abraham, Martin and John - 9 -
1969 What You Gave Me (feat. Tammi Terrell) - - 49
1969 How Can I Forget - - 41
1970 Gonna Give Her All the Love I’ve Got - - 67
1970 The Onion Song (feat. Tammi Terrell) - 9 50
1970 California Soul - - 56
1970 The End of Our Road (feat. Tammi Terrel) - - 40
1971 What’s Going On - - 2
1971 Mercy Mercy Me (The Ecology) - - 4
1971 Inner City Blues (Make Me Wanna Holler) - - 9
1971 Save the Children - 41 -
1972 You’re the Man - - 50
1972 Trouble Man - - 7
1973 Let’s Get It On - 31 1
1973 You’re a Special Part of Me (feat. Diana Ross) - - 12
1973 Stop, Look, Listen (To Your Heart) (feat. Diana Ross) - 25 -
1973 Come Get to This - - 21
1974 You Sure Love to Ball - - 50
1974 My Mistake (Was to Love You) (feat. Diana Ross) - - 19
1974 Don’t Knock My Love (feat. Diana Ross) - - 46
1974 You Are Everything (feat. Diana Ross) - 5 -
1974 Distant Love (Live) - - 28
1976 I Want You - - 15
1976 After the Dance - - 74
1977 Got to Give It Up - 7 1
1978 Pops, We Love You (feat. Diana Ross, Stevie Wonder & Smokey Robinson) - 66 59
1979 A Funky Space Reincarnation - - 106
1981 Praise - - 101
1982 Sexual Healing 23 4 3
1983 My Love Is Waiting - 34 -
1985 Sanctified Lady - 51 101
1994 Lucky, Lucky Me - 67 -
2001 Music (feat. Erick Sermon) - 36 21

Alben

  • 1961: Soulful Moods
  • 1963: That Stubborn Kinda Fellow
  • 1964: When I’m Alone I Cry
  • 1964: Together (mit Mary Wells)
  • 1965: How Sweet It Is To Be Loved By You
  • 1965: A Tribute to the Great Nat King Cole
  • 1965: Moods Of Marvin Gaye
  • 1966: Take Two
  • 1966: Marvin Gaye & Kim Weston
  • 1967: United
  • 1968: You’re All I Need
  • 1968: In The Groove (I Heard It Through The Grapevine)
  • 1969: MPG
  • 1969: Easy
  • 1970: That’s The Way Love Is
  • 1971: What’s Going On
  • 1972: Trouble Man
  • 1973: Diana and Marvin
  • 1973: Let’s Get It On
  • 1974: Live
  • 1976: I Want You
  • 1977: Live At London Palladium
  • 1978: Here, My Dear
  • 1981: In Our Lifetime
  • 1982: Midnight Love
  • 1982: Sexual Healing
  • 1983: Every Great Motown Hit Of Marvin Gaye
  • 1985: Dream Of A Lifetime
  • 1985: Romantically Yours

GUNS N´ROSES….

Guns N’ Roses ist eine US-amerikanische Hard-Rock-Band, die 1985 in Los Angeles gegründet wurde. Sie hat weltweit etwa 100 Millionen Alben verkauft,[3] davon über 42 Millionen in den USA.Im April 2012 wurde die Band mit der Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame geehrt.

Ende der 1980er und Anfang der 1990er gehörte Guns N’ Roses zu den erfolgreichsten Bands der Welt. Ihr Debütalbum Appetite for Destruction verkaufte sich weltweit 28 Millionen Mal, das aus zwei gleichzeitig veröffentlichten Werken bestehende Use Your Illusion zusammengenommen über 36 Millionen Mal.

Mitte der 1990er verließen die meisten der ursprünglichen Mitglieder die Band, wodurch Sänger Axl Rose das einzige verbliebene Gründungsmitglied ist. Nachdem mehr als zehn Jahre lang kaum neues Material von der Band veröffentlicht worden war, erschien 2008 das Album Chinese Democracy.

Bandgeschichte

Die Anfänge (1983–1986)

Sänger Axl Rose (seit 1985)

Die Schulfreunde Axl Rose (Gesang) und Izzy Stradlin (Rhythmus-Gitarre) aus Indiana zogen in den frühen 1980ern nach Los Angeles. Nachdem sie in verschiedenen Musikgruppen tätig gewesen waren, gründeten sie 1983 die Band Hollywood Rose. Zwar zerbrach diese schon im Folgejahr, doch sollten Lieder aus dieser Zeit später für Aufnahmen von Guns N’ Roses verwendet werden. Stradlin wechselte zu der Band London und Rose trat den L. A. Guns bei. Doch schon 1985 spielten beide wieder in derselben Band: Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der L. A. Guns gründeten sie Guns N’ Roses, deren Name sich aus denen der Vorgängergruppen zusammensetzte. Übrige Mitglieder waren Tracii Guns (Lead-Gitarre), Ole Beich (Bass) und Rob Gardener (Schlagzeug).

Beich verließ die Band nach nur einem Auftritt. Neuer Bassist wurde der aus Seattle stammende Duff McKagan, der zuvor vorwiegend im Punkrock tätig gewesen war. Unter anderem hatte er für die Gruppe Road Crew gespielt, deren beide einzigen festen Mitglieder die Schulfreunde Slash (bürgerlich: Saul Hudson) und Steven Adler waren. McKagan holte beide zu Guns N’ Roses, um dort Guns und Gardener zu ersetzen. Slash übernahm die Lead-Gitarre, Adler das Schlagzeug. Die Band hatte damit ihre erste dauerhafte Besetzung gefunden. Nach lokalen Erfolgen wurden Guns N’ Roses 1986 von der Plattenfirma Geffen Records unter Vertrag genommen. Unter dem Label Uzi Suicide Records veröffentlichte die Band ihre erste EP namens Live ?!*@ Like a Suicide in einer limitierten Auflage von 10.000 Stück.

Der Durchbruch (1987–1989)

Bassist Duff McKagan (1985–1997)

Lead-Gitarrist Slash (1985–1996)

Am 31. Juli 1987 erschien mit Appetite for Destruction das erste reguläre Album von Guns N’ Roses. Die Platte verkaufte sich in den ersten Monaten allerdings nur schleppend. Erst im Folgejahr landete die Band mit der Single Welcome to the Jungle einen Hit, obwohl diese zunächst nur im Nachtprogramm des einflussreichen Musiksenders MTV lief. Aber erst nachdem der Videoclip zu Sweet Child o’ Mine in der Heavy Rotation gespielt wurde, zog auch der Verkauf des Albums an. Im Sommer 1988 erreichten Album und Single Platz 1 der amerikanischen Billboard–Charts. Auch die Single Paradise City wurde ein Hit. Das Album Appetite for Destruction hat sich weltweit bisher 28 Millionen Mal verkauft, was es zu einem der erfolgreichsten Rock-Alben aller Zeiten sowie dem erfolgreichsten Debütalbum aller Zeiten macht.

Noch Ende 1988 war mit G N’ R Lies ein zweites Album veröffentlicht worden. Es bestand zur Hälfte aus den Liedern der EP Live ?!*@ Like a Suicide sowie vier neuen Songs. Das Album schaffte es unter die ersten fünf der Album-Charts, während auch Appetite for Destruction dort noch vertreten war. Guns N’ Roses waren damit die einzige Band der 1980er, die gleichzeitig zwei Alben in den Top 5 hatten. Auch die Singleauskopplung Patience erreichte die amerikanischen Top 10. Der Erfolg von Guns N’ Roses beschränkte sich aber zu diesem Zeitpunkt nicht mehr auf ihr Heimatland. Auch in anderen Ländern erreichten ihre Alben und Singles hohe Positionen der Charts. Bei den MTV Video Music Awards im Herbst 1989 gewannen Guns N’ Roses für Sweet Child o’ Mine die Auszeichnung im Bereich Best Heavy Metal Video.

Der Bekanntheitsgrad der Band wurde durch diverse Skandale noch erhöht. Beim britischen Festival Monsters of Rock in Donington wurden 1988 zwei Fans während eines Auftritts der Gruppe zu Tode getrampelt, wovon die Band jedoch zu Anfang nichts wusste und dem Ereignis mit einem großen Schrecken in die Augen sah. Dem Lied One in a Million vom zweiten Album wurden rassistische und sexistische Absichten unterstellt. Der Alkoholmissbrauch und Heroinkonsum der Bandmitglieder führte zu verschiedenen negativen Vorfällen. Teile der Medien verurteilten das Verhalten von Guns N’ Roses, was ihren Ruf als aggressive Hardrock-Band noch verstärkte.

Der Höhepunkt (1990–1992)

Keyboarder Dizzy Reed (seit 1990)

Schlagzeuger Matt Sorum (1990–1997)

1990 veränderten sich Guns N’ Roses zum ersten Mal seit fünf Jahren wieder personell. Im Gegensatz zu den übrigen Bandmitgliedern gab Steven Adler seinen Drogenkonsum nicht auf, woraufhin er durch Matt Sorum, den Schlagzeuger von The Cult, ersetzt wurde. Mit Dizzy Reed wurde ein Keyboarder als sechstes Bandmitglied rekrutiert.

Seit längerem war mit Use Your Illusion ein neues Album angekündigt worden, dessen Veröffentlichung aber mehrfach verschoben wurde. Die Konzerte der Band waren dennoch äußerst erfolgreich. Am 21. Januar 1991 spielten Guns N’ Roses als Headliner des Festivals Rock in Rio im brasilianischen Rio de Janeiro vor 140.000 Menschen. Im Mai begann die Band mit ihrer weltweiten Tournee zur Promotion des neuen Albums, allerdings noch vor dessen Veröffentlichung. Axl Rose musste sich vor Gericht wegen Auslösens schwerer Ausschreitungen verantworten, nachdem die Band ein Konzert in St. Louis im Juli 1991 vorzeitig abgebrochen hatte. Izzy Stradlin stieg aus der Band aus, da er den Lebensstil der Band nicht mehr mittragen wollte, und wurde durch Gilby Clarke ersetzt.

Am 17. September 1991 erschien zeitgleich das neue Werk der Band: Use Your Illusion I und Use Your Illusion II wurden als zwei unabhängige Alben veröffentlicht und stiegen auf Platz 2 beziehungsweise Platz 1 in die US-Charts ein. Insgesamt wurden weltweit bisher 36 Millionen Exemplare der beiden Alben abgesetzt. Die Singleauskopplungen November Rain und Don’t Cry erreichten die Top 10 in den USA. Mit You Could Be Mine, Live and Let Die, Knockin’ on Heaven’s Door und Yesterdays platzierten sich weitere vier Singles auf den ersten zehn Plätzen der britischen Charts. Dem aufwändigen Video zu November Rain wurde von MTV 1992 die Auszeichnung für Best Cinematography in a Video verliehen. Die Tournee zu Use Your Illusion wurde noch bis zum Sommer 1993 fortgesetzt und war überaus erfolgreich. In 28 Monaten hatten Guns N’ Roses insgesamt 192 Konzerte gegeben.

Der Umbruch (1993–2005)

Lead-Gitarrist Robin Finck (1997–2008, mit Unterbrechungen)

Lead-Gitarrist Buckethead (2000–2004)

Im November 1993 wurde mit The Spaghetti Incident? das nächste Album veröffentlicht. Dieses bestand ausschließlich aus Cover-Versionen, die überwiegend aus dem Punk- und Glamrock stammten. Auch wenn es das Album in den USA immerhin auf Platz 4 der Charts brachte, blieben seine Verkaufszahlen deutlich hinter denen seiner Vorgänger zurück. Die veröffentlichten Singles waren teilweise immerhin moderate Erfolge in Europa. Von Kritikern wurde das Album spöttisch als The Spaghetti Accident? (accident, engl. = Unfall) bezeichnet.

Guns N’ Roses sollte 15 Jahre lang kein weiteres Studioalbum veröffentlichen. Innerhalb der Band kam es zum Streit. Gilby Clarke wurde 1994 entlassen und durch Paul „Tobias“ Huge, mit dem Axl Rose bereits den Song Back Off, Bitch geschrieben hatte, ersetzt. Außerdem war der musikalische Kurs der Gruppe umstritten: Slash wollte weiterhin klassischen Hardrock spielen, während Axl Rose eine progressive Ausrichtung mit Industrial-Rock-Einflüssen favorisierte. 1995 gründete Slash seine eigene Band namens Slash’s Snakepit, im Folgejahr wurde sein Abschied von Guns N’ Roses offiziell. Als Gründe für seinen Ausstieg nennt Slash in seiner 2007 erschienenen Autobiografie die nach dem Ausstieg von Izzy Stradlin und Steven Adler verloren gegangene Bandchemie sowie die menschlichen Differenzen mit Axl Rose. Nachdem 1997 neben Matt Sorum auch Duff McKagan die Band verlassen hatte, war Axl Rose das letzte verbliebene Mitglied des Gründungsjahres.

Axl Rose löste Guns N’ Roses jedoch nicht auf und ersetzte seine langjährigen Weggefährten durch neue Musiker: den bereits erwähnten Paul Tobias (Rhythmus-Gitarre), der bereits auf der Single Sympathy For The Devil gespielt hatte, Robin Finck (Lead-Gitarre), Josh Freese (Schlagzeug), Tommy Stinson (Bass) sowie Chris Pitman als zweiter Keyboarder neben Dizzy Reed. Ein neues Album mit dem Arbeitstitel 2000 Intensions wurde zwar angekündigt, doch veröffentlichten Guns N’ Roses 1999 nur die Live-Kompilation Live Era: ’87-’93. An neuem Material erschien die Single Oh My God als Teil des Soundtracks zum Film End of Days mit Arnold Schwarzenegger. Weder das Live-Album noch die neue Single waren sonderlich erfolgreich.

Im Jahr 2000 standen die nächsten personellen Veränderungen innerhalb der Band an: Josh Freese wurde durch Bryan Mantia ersetzt, Robin Finck durch den Avantgarde-Gitarristen Buckethead und zwei Jahre später Paul Tobias durch Richard Fortus. Finck fand allerdings schnell zur Band zurück, die von diesem Zeitpunkt an insgesamt drei Gitarren im Line-up führte. Auftritte der Band fanden im Vergleich zu den frühen 1990ern eher sporadisch statt. In der Silvesternacht 2001 bestritt das neue Line-Up ihr erstes Konzert im House Of Blues und erntete positive Kritiken. Dies war jedoch nur ein Aufwärmkonzert, im Januar 2001 spielte die Band vor fast 300.000 Zuschauern als Headliner des Rock In Rio-Festivals. Im Herbst 2002 veranstalteten Guns N’ Roses eine kleine Tour durch Nordamerika und Großbritannien. Dabei kam es zu Tumulten, als die Band ihr Konzert in Vancouver kurzfristig absagte und Fans daraufhin randalierten.

Da auch weiterhin kein neues Studioalbum, welches mittlerweile offiziell als Chinese Democracy betitelt wurde, in Sicht war, veröffentlichte Geffen im März 2004 die Greatest Hits. Auch wenn sich Axl Rose sowie die früheren Band-Mitglieder Slash und Duff McKagan gegen diese Kompilation gewehrt hatten, wurde sie zum größten Verkaufserfolg seit Use Your Illusion. Im selben Jahr verließ Buckethead die Band.

Der Neubeginn (seit 2006)

Lead-Gitarrist Bumblefoot (seit 2006)

Konzertplakat, Europa 2010

Am 12. Mai 2006 gab die Band ihr Comeback-Konzert in New York, zu welchem Anlass der neue Lead-Gitarrist Bumblefoot (bürgerlich: Ron Thal, bzw. Ronald Blumenthal) vorgestellt wurde. Robin Finck wurde zwar noch bis 2008 als dritter Gitarrist geführt, sollte aber dann wieder zu seiner alten Band Nine Inch Nails zurückkehren. Bei einigen Auftritten der Europa-Tournee von Guns N’ Roses spielte Izzy Stradlin kurzzeitig wieder mit der Band, jedoch nur gegen Ende der jeweiligen Konzerte. Während der Tour übernahm Frank Ferrer dauerhaft das Schlagzeug von Bryan Mantia. Die Band hatte damit zumindest für die kommenden Jahre wieder ein dauerhaftes Line-up gefunden.

Seit den 1990ern war bereits ein neues Album mit dem Titel Chinese Democracy angekündigt worden. Dessen Erscheinen wurde mehrfach angekündigt und wieder verschoben, wodurch es im Musikbusiness als Running Gag gehandelt wurde. Im Oktober 2006 startete die offizielle US-Tour zur Promotion des Albums, welches aber weiterhin auf sich warten ließ. Allerdings tauchte im Internet illegal vereinzelt neues Material von Guns N’ Roses auf.

Im März 2008 gab der amerikanische Brause-Hersteller Dr Pepper bekannt, jedem Bewohner der USA eine Dose des Getränks zu schenken, sollte Chinese Democracy noch in jenem Jahr veröffentlicht werden. Im Herbst musste dieses Versprechen tatsächlich eingelöst werden, zumindest konnten sich Amerikaner für ein Gratisgetränk registrieren lassen. Das neue Album Chinese Democracy kam am 22. November 2008 auf den Markt.

Nachdem für das Album so gut wie keine PR gemacht wurde, sind Guns N’ Roses mit neuem Gitarristen DJ Ashba seit Dezember 2009 wieder auf Tour. Zunächst spielten sie einige Konzerte in Asien, wo sie unter anderem in den Tokyo-Dome nach Japan zurückkehrten. Danach führte sie die Tour nach Kanada sowie für zwei Secret-Gigs in die USA und nach Südamerika. Von Juli bis Oktober spielten Guns N’ Roses in Europa, zuletzt waren sie in Australien unterwegs.

Bei einem Konzert in der Londoner O2 Arena am 14. Oktober 2010 spielte zum ersten Mal seit 1993 Ex-Bassist Duff McKagan wieder bei einem Auftritt der Band mit. Er spielte Bass bei den Liedern You Could Be Mine, Nice Boys und Knockin’ on Heaven’s Door und Tamburin bei Patience.[12]

Am 2. Oktober 2011 spielten sie zum dritten Mal in Folge auf dem alle 10 Jahre stattfindenden Rock in Rio Festival in Rio de Janeiro als Headliner. Im Anschluss folgte eine Amerika-Tournee.

Ihr bis dato letztes Deutschland-Konzert gab die Band am 8. Juni 2012 in Mönchengladbach.