Schlagwort-Archiv: 27 club

Amy Winehouse

Amy Winehouse

Amy Jade Winehouse (* 14. September 1983 in Southgate, London; † 23. Juli 2011 in Camden, London) war eine britische Sängerin und Songschreiberin. Ihr Repertoire reichte von R’n’B bis zu Jazz, Soul und Ska. Durch das Album Back to Black schaffte sie im Jahr 2006 den internationalen Durchbruch und erhielt fünf Grammy Awards.

Amy Jade Winehouse

Amy Jade Winehouse wuchs als Tochter des Taxifahrers Mitchell Winehouse und der Apothekerin Janis Winehouse zusammen mit ihrem älteren Bruder Alex in Southgate, einem Stadtteil von London, in einer jüdischen Familie auf. Ihre Eltern trennten sich, als sie neun Jahre alt war. Auf Anregung ihrer Großmutter Cynthia erhielt Winehouse im Alter von neun Jahren Unterricht an der Susi Earnshaw Theatre School. Im Alter von zwölf Jahren begann sie an der Sylvia Young Theatre School zu lernen, einer Schule für britische Nachwuchskünstler. Mit 16 Jahren wurde sie von der Schule verwiesen, da sie ein Piercing trug. Nebenbei spielte sie in einem Jazz-Orchester. Später besuchte sie die BRIT School in Selhurst.

Am 18. Mai 2007 heiratete Winehouse in Miami Blake Fielder-Civil und nahm dessen Familiennamen Civil an, trat jedoch weiterhin unter ihrem Geburtsnamen Winehouse auf. Später ließen sich die beiden wieder scheiden.

Im Juli 2007 ließ sie auf ärztlichen Rat wegen eines „völligen Erschöpfungszustandes” kurzfristig mehrere Festivaltermine absagen. Am 9. August 2007 brach Winehouse zusammen und wurde deswegen ambulant behandelt. Ihr Management sprach erneut von „schwerer Erschöpfung”. Darüber hinaus kämpfte sie gegen Magersucht und Bulimie. Im Oktober 2007 wurde Amy Winehouse zusammen mit ihrem Ehemann im norwegischen Bergen wegen Besitzes von sieben Gramm Marihuana verhaftet. Sie kam gegen eine Geldbuße frei. Allerdings musste sie sich am 29. Februar 2008 vor einem norwegischen Gericht wegen des Drogenbesitzes verantworten.

Ende November 2007 sagte Winehouse alle weiteren noch für 2007 geplanten Auftritte aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme ab. Ende Januar 2008 begab sie sich in eine Entzugsklinik in London, nachdem zuvor ein Video veröffentlicht wurde, das sie beim Rauchen einer Crack-Pfeife zeigt. Angaben ihres Vaters zufolge litt sie unter dem Anfangsstadium eines Lungenemphysems, welches vor allem durch das Rauchen von Crack verursacht wurde.

Im August 2008 wurde sie von den Mönchen des Stiftes Heiligenkreuz bei Wien eingeladen, eine Zeit der Stille und Genesung in ihrem Kloster zu verbringen. Der Pressesprecher des Klosters, P. Karl Wallner sagte im Interview dazu: „Wir haben mitbekommen, dass sie sehr traurig ist. Viel eher geht es uns auch darum, ein Hort zu sein für alle Jugendlichen, die wieder einen festen Boden unter die Füße bekommen wollen. Wir würden uns sehr freuen, wenn Frau Winehouse zu uns kommt.“ Ende Mai 2011 begab sie sich erneut in eine auf die Behandlung von Sucht- und psychischen Problemen spezialisierte Londoner Klinik der Priory Group. 

Winehouse selbst ordnete sich unter Berufung auf TLC und Salt’N’Pepa im Soul-Genre ein. Sie wandelte damit auf den Spuren der Londoner Mod-Kultur der 1960er Jahre: Soul als Ausdruck von Revolution und Realitätsflucht. Auf ihrem zweiten Album Back to Black überwiegen Soul-Elemente mit deutlichen Anleihen bei Motown und der amerikanischen Musik der sechziger Jahre. Bei einigen Stücken des Albums (beispielsweise Rehab) wurde sie von den Dap-Kings begleitet, einer US-amerikanischen Band, die sich ebenfalls dem Soul und dem Funk der sechziger Jahre verschrieben hat. Mit dem von Mark Ronson produzierten Album löste sie eine Welle des sogenannten Retro-Soul aus, der weitere Interpreten wie Duffy und Adele inspirierte.

Neben ihrem musikalischen Talent fiel Winehouse auch durch ihr extravagantes Äußeres auf, womit sie teilweise stilprägend wirkte. So bewirkte sie eine Neubelebung der Beehive-Frisur aus den 1960er Jahren und trug zur Popularität des Madonna-Piercings bei. Sogar der Modemacher Karl Lagerfeld übernahm bei einer Chanel-Modenschau im Jahr 2007 Winehouse’ Stil; die Models trugen Beehives und wurden wie Winehouse geschminkt. Für ihr Auftreten wurde sie von Anna Wintour, der Chefredakteurin der US-Ausgabe der Vogue, gelobt und angeworben. Jedoch wurde ihr Kleidungsstil von Richard Blackwell, der jährlich die Liste der am schlechtesten angezogenen Frauen im People Magazine veröffentlichte, stark kritisiert. Sie landete in seiner Rangliste 2007 auf Platz 2 hinter Victoria Beckham.

Erste Auftritte in Londoner Clubs

Winehouse trat schon als Jugendliche in kleinen Londoner Clubs auf. Im Alter von 18 Jahren unterschrieb Winehouse ihren ersten Vertrag bei Island Records. Für ihr 2003 erschienenes Debütalbum Frank erhielt sie zwei Nominierungen für die BRIT Awards sowie eine für den Ivor Novello Award. Das Album konnte sich im Vereinigten Königreich in den Top 20 platzieren und erreichte dort dreimal Platin für 900.000 verkaufte Exemplare.

Internationaler Erfolg

2006 veröffentlichte sie ihr zweites Album, Back to Black. Am 8. Januar 2008 erreichte dieses Album erstmals die Spitzenposition der deutschen Album-Charts.

Die bereits im Frühjahr 2007 veröffentlichte Single Rehab stieg im Februar 2008 nochmals in die Deutschen Single-Charts ein. Mitte Februar 2008 erreichte das Lied Platz 44. Zum einjährigen Charts-Jubiläum in Deutschland im März 2008 erhielt Back to Black Doppel-Platin, und Anfang März 2008 erreichte Rehab eine weitere Spitzenposition; nach 22 Wochen in den Charts erreichte dieses Lied dann Platz 23.

Winehouse sollte ursprünglich den Titelsong zum James-Bond-Film Ein Quantum Trost singen, aufgrund ihres damaligen Gesundheitszustandes wurde die Arbeit an dem Titel jedoch eingestellt.

Ende Mai 2008 erhielt Winehouse den Ivor Novello Award für ihr Lied Love Is a Losing Game, das als bestes Lied in sowohl musikalischer als auch textlicher Hinsicht ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2007 wurde bereits ihr Song Rehab geehrt. Am 27. Juni 2008 trat sie beim Benefizkonzert zu Ehren Nelson Mandelas an seinem 90. Geburtstag auf.

Ende Juli 2008 wurde im Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds eine Figur von Winehouse ausgestellt.

Das Album Back to Black konnte in den Welt-Jahresendcharts 2007 den ersten Platz belegen mit mehr als 5,5 Millionen verkauften Einheiten. Im darauf folgenden Jahr 2008 erreichte das Album den zweiten Platz mit über 5,1 Millionen verkauften Alben. Somit gehört dieses Album zu den erfolgreichsten Alben der neuesten Sänger-Generation. Allein in Deutschland verkaufte es sich über eine Million Mal und erreichte somit fünffach Platin.

Winehouse war insgesamt sechsmal für den Grammy 2008 nominiert und erhielt die Auszeichnung in fünf Kategorien. An der Grammy-Verleihung in Los Angeles konnte sie nur per Satellitenübertragung teilnehmen, da sie aufgrund ihrer Drogenproblematik zunächst kein Visum für die Einreise in die USA erhielt. Als eine Bewilligung ausgesprochen wurde, war der Termin zur rechtzeitigen Teilnahme schon überschritten.

Comebackversuch

Am 18. Juni 2011 sollte Winehouse mit einem Konzert auf der Kalemegdan-Festung in Belgrad eine Tournee eröffnen. Das Konzert wurde aber nach wenigen Liedern abgebrochen, die Tour im Anschluss zunächst unterbrochen, schließlich ganz abgesagt.

Tod

Am 23. Juli 2011 wurde Amy Winehouse in ihrer Londoner Wohnung tot aufgefunden. Bei einer ersten Obduktion wurde keine eindeutige Todesursache festgestellt, woraufhin eine toxikologische Untersuchung angeordnet wurde. Bei dieser wurden keine Hinweise auf illegale Substanzen im Kreislaufsystem zum Zeitpunkt ihres Todes festgestellt. Am 26. Oktober 2011 wurde bekanntgegeben, dass die Todesursache eine Alkoholvergiftung mit 4,16 Promille war.

Drei Tage nach ihrem Tod wurde ihre Asche im engsten Familien- und Freundeskreis auf dem Edgwarebury Jewish Cemetery in London beigesetzt. Winehouse selbst hatte, ebenso wie ihre Mutter, einen frühen Tod aufgrund ihrer Drogenabhängigkeit befürchtet. Aufgrund ihres Drogenkonsums und des frühen Ablebens wurde sowohl in deutschen als auch in internationalen Medien darüber spekuliert, ob Winehouse „Mitglied“ des sogenannten Klub 27 werden würde. Zu diesem fiktiven Klub werden Musiker gezählt, die im Alter von 27 Jahren gestorben sind.