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Fantasyy-Factoryy Psychedelic Krautrock Spacerock Band

Fantasyy Factoryy Krautrock Band

Fantasyy Factoryy is the Pseudonym of guitarist/singer/songwriter Alan Tepper, somebody with good connections because he was able to record his debut album in London’s Sun Dial studios with Gary Ramon behind the mixing desk. lt took him three days to record “Ode To Life” with the help of Tom Schmitz (bass) and Mr. C. Marihuana (drums). The music of Fantasyy Factoryy is best described as being deeply rooted in the German psychedelic Krautrock Tradition with Hendrix-like guitar play on “Watching You” and “See You, See Me” , eerie vibes in “Spooky“, a gentle folk interval in “A Rainbow in the West” and the over 14 minutes long “King, Poet and Magician” in which more room is left for improvisation and a guitar solo. Gary Ramon mixed this album perfectly and added his personal touch to it in the form of various vocal and instrumental distortions. “Ode To Life” a fantastic 70s Krautrock album made in the nineties. (Crohinga Well)

Anfang Juni 1970 spielten Fantasyy Factoryy 14 Songs für ihr geplantes Doppelalbum “Dreams Never Sleep!” in einem historischen Schloss in der Normandie ein. Die Band trennte sich kurz darauf wegen musikalischer Differenzen und die Songs verschwanden in einem Archiv, das später verkauft und aufgelöst wurde. 1997 fand ein Model die Bänder auf dem Boden ihres kürzlich an jahrelangem Drogenkonsum verschiedenen Rocker-Onkels und verkaufte die Bänder bei Ebay für 4,53 DM.

Der Typ, der die Bänder für diesen Preis ergatterte, ließ sich von seiner Freundin kein Loch in den Allerwertesten beißen, sie machte was anderes. Aber wochenlang hing er nur an der Zimmerdecke und dankte der Welt für die Blödheit ihrer höchsten Spezies.
Ohrwaschl kauften ihm die Bänder für 500.000 DM ab und remasterten die Songs. Dann ging es auf die Suche nach den Musikern und siehe da, einige wurden wieder gefunden. So Alan Tepper (g, voc), der immer noch in dem Schloss wohnt und sich gut gehalten hat für seine mittlerweile über 50 Jahre. Auch Tom Schmitz (b) und Dr. Cosmos (dr, perc) waren noch frisch, wohingegen der Rest der Truppe (die Groupies) allesamt schon durch die Pforte der Ewigkeit gegangen waren, um dem deutschen Land die Rentenkasse zu erhalten.

Alan Tepper erinnerte sich noch an Rainer Opiela (fl), wie er ihn nannte, The Incredible Markus Dassmann (org) und Karl Walson (b), die in wenigen Stücken mitgespielt hatten. Riesige Interview-Serien überhäuften die Jungs, die sich wieder zusammen rauften, ihre verstaubten Instrumente rauskramten und ein paar Special Gigs gaben, nur zum Spaß, und um zu testen, ob sie für eine große Tour nicht zu eingerostet waren.
Spiegel, Focus und Stern erwähnten die Dynamik des jüngst wieder erstarkten Krautrocks am Beispiel Fantasyy Factoryy. Geo Epoche widmete der progressiven Rockmusik ein ganzes Magazin. Titelbild: Alan Tepper auf den Stufen seines Schlosses. Kurzum, schon bevor die Platte in die Läden kam, war die Aufregung groß.

Als sie dann kam, als LP limitiert mit einem 19-minütigen Bonussong und regulär auf CD, war die Hölle los. Die Jungs wurden durch die Interview-Maschine getreten. Ihre Webseite glühte; RTL fragte an, ob sie in der Dschungelshow mitmachen würden. Fantasyy Factoryy waren ganz oben auf, mehr als je zuvor. Kein Wunder, die Musik der Truppe hat es auch ordentlich in sich. Alan Tepper ist gewiss kein Tyrann wie Frank Zappa oder Robert Fripp, aber er zog die Fäden und seine Gitarre wies der Band den Weg. Die langen Songs sind von heftigem Rock, mit gewissen Parallelen zu Cream oder frühen UFO, klingen aber, Ehrensache, sehr eigen. Die mörderischen Songs krachen wahnsinnig gut. Einige Stücke flattern im psychedelischen Rausch durch die relaxten Gehörgänge und erweitern das Bewusstsein um mehrere Gigabyte (so sagte man damals wohl noch nicht…).

Die kurzen Songs haben das typische Hippie-Folk-Flair. Love is in the Air, das hört man jeder Sekunde an (waren wohl traumhafte Groupies!). Alan Teppers Space-mäßig verhallte Stimme jagt so manchen Schauer über den Rücken. Er hatte damals mit Ritchie Blackmore und Tony Iommi spiritistische Sitzungen abgehalten, die ihn für sein Leben prägten, wie er kürzlich in einem Interview meinte und ihn diesen dunklen Ton in der Stimme betonen ließ.

Die limitierte LP ist so gut wie ausgekauft, die CD hingegen kann immer noch von Ohrwaschl bezogen werden. Fantasyy Factoryy oder wie sie auch genannt werden, das Wunder von Geseke (wo die Band ihre Zentrale hat), hat schon viele Platten abgesetzt, Millionen! Der ganze Strutz von Popmist und Technokram ist auf einmal vollständig von der Bildfläche verschwunden, hat in den modernen, wieder erwachten Medien keinen Platz mehr (Alan Tepper äußerte sich kritisch über die heutige neokonservative Politik, woraufhin die SPD in Klausur ging und die Grünen wieder unrasiert in den Bundestag kamen – alles sieht nach Neuanfang aus).

Gerüchte übrigens, wonach das Material von “Dreams Never Sleep!” erst in den 1990er Jahren von einer jungen Band gleichen Namens eingespielt worden sei, konnten aus dem Weg geräumt werden. Alles Lügen, typisch Blödzeitung.
Welcome back my friends to the show that never ends! Weiteres Material von Fantasyy Factoryy ist in Vorbereitung, nachdem bereits mehrere einzelne CDs und LPs mit historischem Material aufgelegt wurden. Geniale Truppe! Nicht nur Spaß.

Aber evtl. war es auch ganz anders …

Zwar ist die Psych-Szene in Deutschland arg zerplittet und bietet deshalb auch kaum Ansatzpunkte, die lohnend wären, sich mit ihr intensiv zu befassen, aber Ausnahmen gibt es auch hier und diese wiederum bestätigen die Regel. Mit Sicherheit aber gehörte eine Band wie FANTASYY FACTORYY zum festen Bestandteil des deutschen psychedelischen Undergrounds, wenn es diesen geben sollte. Der Erfolg des Projektes resultiert letztendlich durch ihren Stellenwert im Ausland, wo es, vor allem in der Psych-Szene Italiens und Großbritanniens, auch ein bestätigtes Ansehen genießt.

Gegründet 1994 von Alan Tepper (guitar, vocals, songwriting), Tom Schmitz (bass) und Mr. C. Marihuana (drums) spielte man schon ein Jahr später in den Londoner Sun Dial Studios unter der Regie von Psych-Guru Gary Ramon (Sun Dial) mit „Ode To Life“ das erste Album ein. Bereits dieses Debüt, welches 1996 auf ‘Ohrwaschl’ erschien, geriet zu einem vielschichtigen Stück Musik, welches sich nicht nur auf die Anfänge von Psychedelic und Krautrock beruft, sondern den Bogen bis in die heutige Zeit spannt. So macht Alan Tepper auch keinen Hehl daraus, daß ihn gerade deutsche Krautrockbands wie Out Of Focus oder Yatha Sidhra maßgeblich beeinflußten.

„Die Wurzeln von Fantasyy Factoryy liegen ganz klar in den 60-er / 70-er Jahren, was den Musikgeschmack betrifft. Das Faszinierende (Mr. Spock) an dieser Zeit ist wohl die Vielfalt der Ausdrucksformen und die Individualität vieler Bands. Als besonders wichtig empfinde ich die Tatsache, daß den Bands damals Zeit zur Entwicklung gegeben wurde, was gerade für den Charakter einer Musik sehr wichtig ist. Außerdem waren die End-60-er allgemein eine kulturelle Hochzeit nicht nur in der Musik, sondern auch in der Literatur, im Film oder allgemein ausgesprochen in den bildenden Künsten. Das Lebensgefühl war verglichen mit der heutigen Zeit ein völlig anderes und das ist auch auf vielen Platten zu hören. Diese Vielfalt der Möglichkeiten ist eine gesunde Basis für zeitgenössische Musik. Ich glaube, daß ein/e Musiker/in im Jahr 2012 doch schon vielen Zwängen unterworfen ist und darum ist es für uns wichtig, viele dieser Möglichkeiten wieder zu entdecken und neu zu gestalten. Wir wollen also keine vergangene Zeit reanimieren, sondern von den positiven Strömungen lernen“ (Alan Tepper).

In seinem exzellenten Gitarrenspiel, fast schon einmalig in unseren Breiten, hört man unweigerlich Alan Teppers Seelenverwandtschaft zu Ausnahmegitarristen wie Jimi Hendrix, Uli Jon Roth, Robin Trower oder Nick Saloman (The Bevis Frond) heraus.

Alan Tepper zum doch recht nebulös wirkenden Bandtitel: „Die Idee zu der Schreibweise kam mir, als ich die LP von der englischen Psychedelic-Band Velvett Fogg kaufte. Johnn Peell schrieb damals die Liner-Notes zu der Scheibe. Ich fand es einfach interessant, von der herkömmlichen Schreibweise abzuweichen und damit auch einen kleinen Hinweis auf unsere Musik zu geben, die sich ja auch nicht klar in den zeitgenössischen Kontext einordnen läßt. Ein witziger Effekt des Namens ist auch, daß es immer wieder Journalisten gibt, die ihn ‘berichtigen’. Soo itt goess!… Die Idee zu dem Bandnamen hatte ich, während ich ein altes Video von Traffic gesehen habe, in dem sie den Song ‘Shoot Out At The Fantasy Factory’ spielten. Leider ist der Bandname Fantasy schon zweimal belegt (einmal von einer US-Band und einmal von einer UK-Band). Am Anfang hat mich das Factory auch ein wenig gestört, da ja eine Fabrik allgemein mit negativen Assoziationen belegt ist, wie z.B. Produktion, Akkord, Mechanik usw. Mittlerweile mag ich den Namen aber so, wie er ist, denn es haben sich viele positive Zusammenhänge ergeben.“

Nach der Einspielung von „Ode To Life“ kam es zur ersten Umbesetzung. Für den Bassisten Tom Schmitz kam Karl Watson, Mr. C. Marihuana (drums) wurde durch Dr. Cosmos ersetzt. In dieser Besetzung wurden auch die Nachfolgealben „Tales To Tell“ (1997) sowie „If I Like, I Do It“ (1998-bisher nur auf Vinyl, demnächst erstmalig auf CD) eingespielt, die den mit dem ersten Album begründeten Status der Band in ihrem Metier festigten.

1998 kam schließlich ein gewisser C.Stone am Bass in die Band und in dieser Besetzung, bis heute die langlebigste von FANTASYY FACTORYY, verwirklichte man schließlich im Jahr 2000, neben zahllosen Beiträgen auf Compilations und Tribute-Alben (u.a. für Pink Floyd, die Beatles und Black Widow), das Mammutwerk„Dreams Never Sleep!“, eine über 70-minütige Achterbahnfahrt durch Zeit und Räume, die im Makrokosmos mit Sicherheit eine der wichtigsten Veröffentlichungen im Bereich Psyche der letzten Jahre darstellt, im Mikrokosmos einfach nur das Magnum Opus des Trios um Alan Tepper ist.

Neben überlangen Trips wie das zwölfminütige „Landing“ oder das fünfzehnminütige „Room Of Echoes“ sind es gerade akustisch-verhaltene Tracks wie „Will You“, „Sadly Waiting“, „Soul Sister“ oder der wundervoll harmonische Titelsong, die dem Album eine ungezwungene Leichtigkeit verschaffen. Verdient hätte es „Dreams Never Sleep“ allemal, aus dem Underground genannten Randdasein auszubrechen. „Zu hoffen ist natürlich, daß die Psychedelic-Szene mehr Hörer bekommen würde, denn der Underground ist sicherlich noch ausbaufähig.“ (A.Tepper)

Allegorisch sind „Dreams Never Sleep!“ und auch seine Vorgänger als die ultimativen psychedelischen Trips zu sehen, because, if you like to dream, then do it!

See Fantasyy-Factoryy at Psychedelic-Music