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DEAN MARTIN….

Dean Martin

Dean Martin (* 7. Juni 1917 in Steubenville, Ohio; † 25. Dezember 1995 in Beverly Hills, Kalifornien; eigentl. Dino Paul Crocetti) war ein US-amerikanischer Sänger, Schauspieler und Entertainer.

Leben

Frühe Jahre

Dino Paul Crocetti wurde am 7. Juni 1917 in Steubenville (Ohio) als Sohn des 1913 aus Italien eingewanderten Gaetano Crocetti und seiner aus Ohio stammenden Frau Angela Barra geboren. Er sprach bis zu seinem fünften Lebensjahr nur Italienisch und tat sich danach in der Schule mit seinem gebrochenen Englisch sehr schwer. Er verließ daher die High School schon vor dem Abschluss und versuchte sich in den verschiedensten Jobs; unter dem Namen „Kid Crocett“ verdiente er sich als Preisboxer im Weltergewicht zehn Dollar pro Kampf. Zur Zeit der Prohibition (1920 bis 1933) war er Alkoholschmuggler und sogar als Croupier im Casino seiner Heimatstadt zu finden. Im Casino sang er am Croupiertisch öfter laut vor sich hin und wurde so von einem Musikagenten entdeckt.

Jerry Lewis

Den Durchbruch erlebte Dean Martin im „500 Club“ in Atlantic City (New Jersey) zusammen mit Jerry Lewis als Comedy-Duo. Eigentlich fand sein Auftritt nach dem von Jerry Lewis statt, aber eines Abends kam er kurz vor Ende des Auftritts auf die Bühne und machte bei Jerrys Späßen mit. So war eines der erfolgreichsten Comedy-Duos aller Zeiten geboren. Der elegante Sänger Martin mit dem „Kindskopf“ Lewis an der Seite waren die Nightclub-Sensation nach 1946, und so kam es nach ersten Fernsehauftritten auch zum ersten Film der beiden (1949). Bis Mitte der 1950er-Jahre traten sie gemeinsam in zahlreichen skurrilen Hollywood-Komödien auf.

Noch erfolgreicher als die Filme waren jedoch Dinos Schallplattenaufnahmen. 1948 hatte er seinen ersten Plattenvertrag mit Capitol Records abgeschlossen. Er hatte zwei Nummer-1-Hits in den USA, zunächst „Memories Are Made of This“. Der Titel erreichte am 14. Januar 1956 den Spitzenplatz der Charts und konnte sich fünf Wochen lang an der Spitze halten. Sein zweiter Nummer-1-Hit war „Everybody Loves Somebody (Sometime)“ , der am 15. August 1964 für eine Woche die Spitzenposition in den Hot 100 belegte. Mit diesem Remake einer Frank-Sinatra-Single von 1948 verdrängte Dean Martin den Song A Hard Day’s Night von den Beatles von Platz 1. Ebenfalls sehr erfolgreich waren seine Versionen italienischer Balladen wie Volare und That’s Amore.

Ende der 1950er-Jahre versuchte Dean Martin das Comedyimage abzulegen und beendete seine berufliche Beziehung zu Jerry Lewis. Er wandte sich ernsthafteren Rollen zu und spielte überzeugend an der Seite von Schauspielikonen wie Marlon Brando, John Wayne, James Stewart, Burt Lancaster und Montgomery Clift. Hervorzuheben wären die Kassenerfolge wie „Rio Bravo“, „Bandolero!“, „Die vier Söhne der Katie Elder“ (The Sons of Katie Elder) und „Küss mich, Dummkopf“ (Kiss Me Stupid).

Frank Sinatra

Dean Martins Bekanntschaft mit Frank Sinatra reichte bis ins Jahr 1944 zurück, als Martin im New Yorker Musikklub „Rio Bamba“ für ihn einsprang. 1948 coverte Martin erstmals den im Jahr zuvor für Sinatra geschriebenen und von diesem bei Columbia (sowie 1957 nochmals bei Capitol) herausgebrachten Song Everybody Loves Somebody, mit dem ihm 1964 ein Welterfolg gelingen sollte. Ihre berufliche und private Freundschaft vertiefte sich Anfang der 1950er Jahre, als Sinatra mehrfach in Fernsehshows von Martin und Lewis gastierte; ab 1957 war Martin dann viele Male Gast in Sinatras Fernsehshows (und umgekehrt Sinatra bei ihm). Im Oktober 1958 nahmen beide bei Capitol das gemeinsame Album Sleep Warm auf, für das Sinatra selbst die Orchesterleitung übernahm. Ende Januar 1959 traten die beiden erstmals für ein gemeinsames Konzertengagement in Las Vegas auf die Bühne, nachdem sie zuvor für den Film Verdammt sind sie alle (Some Came Running, 1958) auch zum ersten Mal zusammen vor der Filmkamera gestanden hatten. 1961 wechselte Martin im Gefolge Sinatras von Capitol zu dessen neu gegründeter Plattenfirma Reprise, für die auch weitere gemeinsame Plattenaufnahmen entstanden.

The „Rat Pack“

Ab Januar 1960 traten Martin und Sinatra regelmäßig gemeinsam mit Sammy Davis Jr., Peter Lawford und Joey Bishop auf, was ihnen die Bezeichnung „The Rat Pack“ einbrachte, in Anlehnung an den „Rat Pack“ genannten Freundeskreis der Fünfziger Jahre um Humphrey Bogart, zu dem aber von den Fünfen nur Sinatra gehört hatte. Die Künstler selbst nannten ihre gemeinsamen Auftritte The Summit und dominierten im kommenden halben Jahrzehnt mit ihren zahlreichen Programmen das amerikanische Showbusiness und insbesondere die Bühnen von Las Vegas. Parallel zu den Konzerten entstanden gemeinsame Filme wie Frankie und seine Spießgesellen (Ocean’s Eleven, 1960), Die siegreichen Drei (Seargents 3, 1962), Vier für Texas (Four For Texas, 1963) und Sieben gegen Chicago (Robin and The Seven Hoods, 1964). Mitte der 1960er Jahre hörten die regelmäßigen Auftritte des „Rat Pack“ auf, doch standen Martin, Davis und Sinatra auch in den 1970er und 1980er Jahren gelegentlich gemeinsam auf der Konzertbühne.

1965 startete NBC die „Dean-Martin-Show“, die sich sofort zur Sendung mit den besten Einschaltquoten entwickelte und weltweit verkauft werden konnte. Dummerweise hatte NBC mit Martin nur einen Einjahresvertrag abgeschlossen. Um ihn zum Weitermachen zu bewegen, erhöhten sie die Gage pro Sendung von 40.000 auf 283.000 Dollar mit einem Vertrag über drei Jahre. Das stürzte die Muttergesellschaft RCA fast in den finanziellen Ruin, Martin aber wurde Rekordhalter bei den Fernsehgagen.

Mafia-Verbindungen

Die Dean-Martin-Biografie: „King of the Road“ von Michael Freedland bringt Martin mit der US-amerikanischen Mafia in Verbindung. So soll die Mafia ihm angeblich entscheidend beim Start seiner Solokarriere geholfen haben, damit er in den Clubs der „Mobster“ für die Mafiabosse sang. Als Dean Martin längst ein Star war, trat er in zahlreichen auch schlechter bezahlten Shows auf, die von Mafiabossen finanziert worden waren. Biografen nannten dies eine gewisse Loyalität und Sympathie Martins der Mafia gegenüber. Martin selbst sagte, das bereite ihm kein schlechtes Gewissen und keine Unannehmlichkeiten, er tue diesen Leuten nur einen „kleinen Gefallen”. Angeblich wollte ein – vom FBI festgenommener – Mafioso Martin verletzen oder sogar töten, weil er sich nicht mehr solidarisch zur Mafia gezeigt habe. Der Autor John L. Smith skizziert in seinem Buch „The Animal in Hollywood“ Dean Martins langjährige Freundschaft mit den Mobsters Johnny Roselli und Anthony Fiato. Fiato, alias „The Animal“, erwies Martin zahlreiche Gefälligkeiten; so beschaffte er Geld wieder, das zwei Betrüger Dean Martins Exfrau Betty Martin entwendet hatten.

Letzte Tourneen und Tod

Im März 1988 startete Martin zusammen mit Frank Sinatra und Sammy Davis jr. nochmals eine gemeinsame Konzerttournee („Together Again“), schied jedoch bereits nach einer Woche aus gesundheitlichen Gründen aus. Im April stand er bereits wieder auf der Bühne des Bally’s Las Vegas. Dort gab er am 29. Juli 1991 sein letztes Konzert. Dean Martin starb am 25. Dezember 1995 im Alter von 78 Jahren an Lungenkrebs. Er wurde auf dem Pierce Bros. Westwood Memorial Park in Los Angeles beigesetzt, auf dem auch weitere Film- und Musikpersönlichkeiten wie Burt Lancaster, Walter Matthau, Marilyn Monroe und Roy Orbison ihre letzte Ruhe fanden.

Als Dean Martin einmal gefragt wurde, wie er der Nachwelt in Erinnerung bleiben möchte, antwortete er:

„As a damn good entertainer; nothing spectacular. A good entertainer who made people enjoy themselves and made them laugh a little. He was a nice guy. He did pretty good and we loved him, that’s all.“

„Als verdammt guter Entertainer; nichts besonderes. Ein guter Entertainer, der die Leute gut unterhielt und sie ein bisschen zum Lachen brachte. Er war ein netter Kerl. Er hat’s ganz gut gemacht und wir liebten ihn, das ist alles.“

Familie

Dean Martin war dreimal verheiratet und hatte acht Kinder, wobei Tochter Sasha von Cathy Hawn mit in die Ehe gebracht und von Dean Martin adoptiert wurde.

Sohn Dean Paul Martin war ebenfalls Schauspieler (Die Spezialisten unterwegs) und starb 1987 bei einem Flugzeugabsturz.

Plattenerfolge

Hauptartikel: Dean Martin/Diskografie

Titel veröffentlicht Label Billboard-Platzierung
Memories Are Made of This 11/1955 Capitol 1.
Innamorata 2/1956 Capitol 27.
Standing on the Corner 5/1956 Capitol 22.
Return to Me 3/1958 Capitol 4.
Angel Baby 6/1958 Capitol 30.
Volare 7/1958 Capitol 12.
Everybody Loves Somebody 6/1964 Reprise 1.
The Door Is Still Open 9/1964 Reprise 6.
You’re Nobody Till Somebody Loves You 11/1964 Reprise 25.
Send Me the Pillow 2/1965 Reprise 22.
Remember Me 5/1965 Reprise 32.
Houston 6/1965 Reprise 21.
I Will 10/1965 Reprise 10.
Somewhere There’s a Someone 2/1966 Reprise 32.
Come Running Back 4/1966 Reprise 35.
In the Chapel in the Moonlight 6/1967 Reprise 25.
Little Old Wine Drinker Me 8/1967 Reprise 38.
Forever Cool (Duet Album) 8/2007 EMI 181.

Musiktitel aus fünf Filmen von Dean Martin sind veröffentlicht worden auf der Doppel-CD Dean Martin – The Gold Collection, Proper / Retro (1997), 40-52 (Die CD-Beschriftungen sind vertauscht. Die Filmtitel sind, entgegen der Auflistung im Booklet, auf der CD mit der Nummer „1“ und nicht auf CD „2“.). Die CD enthält Gesangstitel aus My Friend Irma Goes West (1950), Artists And Models (1955), Hollywood or Bust (1956), Pardners (1956), Ten Thousand Bedrooms (1957) und Canzoni Del Mondo (1963).

Filme

  • 1949: My Friend Irma, Regie: George Marshall – der erste Film in der Reihe mit Jerry Lewis
  • 1950: Irma im goldenen Westen (My Friend Irma goes West), Regie: Hal Walker
  • 1951: Krach mit der Kompanie/ Der Regimentstrottel (At War with the Army), Regie: Hal Walker
  • 1951: That’s my Boy, Regie: Hal Walker
  • 1951: Der Prügelknabe (The Stooge), Regie: Norman Taurog
  • 1952: Seemann, paß auf (Sailor Beware), Regie: Hal Walker
  • 1952: Schrecken der Division (Jumping Jacks), Regie: Norman Taurog
  • 1953: Starr vor Angst (Scared Stiff), Regie: George Marshall
  • 1953: Der Tolpatsch (The Caddy), Regie: Norman Taurog
  • 1954: Der tollkühne Jockey (Money from Home), Regie: George Marshall, sein einziger 3D-Film und der erste Film in Farbe mit Jerry Lewis
  • 1954: Patient mit Dachschaden; alternativ auch: Der sympathische Hochstapler (Living it up), Regie: Norman Taurog
  • 1954: Der Zirkusclown; alternativ auch: Im Zirkus der drei Manegen (Three Ring Circus), Regie: Joseph Pevney
  • 1955: Der Gangsterschreck (You’re never too young), Regie: Norman Taurog
  • 1955: Maler und Mädchen; alternativ auch: Der Agentenschreck (Artists and Models), Regie: Frank Tashlin
  • 1956: Wo Männer noch Männer sind (Pardners), Regie: Norman Taurog
  • 1956: Alles um Anita (Hollywood or Bust), Regie: Frank Tashlin – 16. und letzter Film des Teams Martin und Lewis
  • 1957: Zehntausend Schlafzimmer (Ten Thousand Bedrooms), Regie: Richard Thorpe
  • 1958: Die jungen Löwen (The young Lions), Regie: Edward Dmytryk
  • 1958: Verdammt sind sie alle (Some Came Running), Regie: Vincente Minnelli
  • 1959: Rio Bravo, Regie: Howard Hawks
  • 1959: Viele sind berufen (Career), Regie: Joseph Anthony
  • 1960: Wer war die Dame? (Who was that Lady?), Regie: George Sidney
  • 1960: Anruf genügt…Komme ins Haus (Bells are ringing), Regie: Vincente Minnelli
  • 1960: Frankie und seine Spießgesellen (Ocean’s Eleven), Regie: Lewis Milestone
  • 1961: Alles in einer Nacht (All in a Night´s Work), Regie: Joseph Anthony
  • 1961: Frau mit Vergangenheit (Ada), Regie: Daniel Mann
  • 1962: Die siegreichen Drei (Sergeants 3), Regie: John Sturges
  • 1962: Immer nur deinetwegen (Who`s got the Action?), Regie: Daniel Mann
  • 1962: Something’s Got to Give (unvollendet), Regie: George Cukor
  • 1963: Puppen unterm Dach (Toys in the Attic), Regie: George Roy Hill
  • 1963: Wenn mein Schlafzimmer sprechen könnte (Come Blow Your Horn), Regie: Bud Yorkin (Cameo-Auftritt)
  • 1963: Wer hat in meinem Bett geschlafen? (Who`s Been Sleeping in My Bed?), Regie: Daniel Mann
  • 1963: Vier für Texas (Four for Texas), Regie: Robert Aldrich
  • 1964: Küss mich, Dummkopf (Kiss Me, Stupid), Regie: Billy Wilder
  • 1964: Immer mit einem anderen (What a Way to go!), Regie: J. Lee Thompson
  • 1964: Sieben gegen Chicago (Robin and the seven Hoods), Regie: Gordon Douglas
  • 1965: Die vier Söhne der Katie Elder (The Sons of Katie Elder), Regie: Henry Hathaway
  • 1965: Dreimal nach Mexico (Marriage on the Rocks), Regie: Jack Donohue
  • 1966: Leise flüstern die Pistolen (The Silencers), Regie: Phil Karlson
  • 1966: Zwei tolle Kerle in Texas (Texas across the River), Regie: Michael Gordon
  • 1966: Die Mörder stehen Schlange (Murderer’s Row), Regie: Henry Levin
  • 1967: Als Jim Dolan kam (Rough Night in Jericho), Regie: Arnold Laven
  • 1967: Wenn Killer auf der Lauer liegen (The Ambushers), Regie: Henry Levin
  • 1968: Bandolero!, Regie: Andrew V. McLaglen
  • 1968: Zärtlich schnappt die Falle zu (How to Save a Marriage and Ruin Your Life), Regie: Fielder Cook
  • 1968: Todfeinde (Five Card Stud), Regie: Henry Hathaway
  • 1969: Rollkommando (The Wrecking Crew), Regie: Phil Karlson
  • 1970: Airport, Regie: George Seaton
  • 1971: El Capitano (Something Big), Regie: Andrew V. McLaglen
  • 1973: Die Geier warten schon (Showdown), Regie: George Seaton
  • 1975: Was nützt dem toten Hund ein Beefsteak? (Mr. Ricco), Regie: Paul Bogart
  • 1981: Auf dem Highway ist die Hölle los (The Cannonball Run), Regie: Hal Needham
  • 1983: Auf dem Highway ist wieder die Hölle los (Cannonball Run II), Regie: Hal Needham