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Ravi Shankar

Ravi Shankar

Ravi Shankar (bengalisch: রবি শংকর Rabi Śaṃkar; * 7. April 1920 in Varanasi; † 11. Dezember 2012 in San Diego; bürgerlicher Name Robindro Shaunkor Chowdhury) war ein indischer Musiker und Komponist, der das Zupfinstrument Sitar spielte. Hans Neuhoff hat ihn in “Die Musik in Geschichte und Gegenwart” als den bekanntesten zeitgenössischen indischen Musiker bezeichnet. 

Shankar verbrachte seine Jugend damit, in der Tanzgruppe seines Bruders Uday Shankar Europa und Indien zu bereisen. 1938 gab er das Tanzen auf, um das Sitar-Spielen unter Hofmusiker Allauddin Khan zu erlernen. Nachdem er seine Lehre 1944 beendet hatte, arbeitete Shankar als Komponist, wobei er die Musik für die Apu-Trilogie von Satyajit Ray schrieb, und war von 1949 bis 1956 als Musikdirektor von All India Radio Neu-Delhi beschäftigt.

Im Jahr 1956 begann er Europa und Amerika auf Konzerttourneen zu bereisen und steigerte dort das Ansehen klassischer indischer Musik in den 1960er Jahren durch Lehre, Auftritte und den Kontakt zum Violinisten Yehudi Menuhin und zu George Harrison von den Beatles. Shankar beschäftigte sich mit westlicher Musik, indem er Instrumentalkonzerte für Sitar und Orchester schrieb, und tourte weltweit in den 1970er und 1980er Jahren. Von 1986 bis 1992 war er ein ernanntes Mitglied des Rajya Sabha, des Oberhauses des indischen Parlaments. Shankar wurde 1999 mit Indiens höchstem zivilen Orden, dem Bharat Ratna, ausgezeichnet, und war der Empfänger von drei Grammy Awards. Er trat in den 2000ern weiterhin auf, oft mit seiner Tochter Anoushka.

Jugend

Shankar wurde am 7. April 1920 in Varanasi in eine wohlhabende und konservative Brahmanen-Familie von Bengalen als jüngster von sieben Brüdern geboren. Shankars bengalischer Geburtsname war Robindro Shaunkor Chowdhury. Sein Vater, Shyam Shankar, war ein Administrator für den Maharaja von Jhalawar und verwendete die Sanskrit-Schreibweise des Familiennamens, von dem er den letzten Teil entfernte. Shyam war mit Shankars Mutter Hemangini Devi verheiratet, war aber später als Rechtsanwalt in London tätig. Dort heiratete er ein zweites Mal, während Devi Shankar in Varanasi erzog, und traf seinen Sohn erst, als dieser acht Jahre alt war. Shankar verkürzte die Sanskrit-Version seines Vornamens, Ravindra, zu Ravi, für „Sonne“. 

Nachdem er sein erstes Lebensjahrzehnt in Varanasi verbracht hatte, reiste Shankar mit der Tanzgruppe seines Bruders, dem Choreografen Uday Shankar, nach Paris. Im Alter von 13 Jahren war er Mitglied der Gruppe, begleitete deren Mitglieder auf Tourneen, und lernte zu tanzen und verschiedene indische Instrumente zu spielen. Udays Tanzgruppe unternahm in den frühen bis zur Mitte der 1930er Jahre Tourneen durch Europa und Amerika und Shankar lernte Französisch, entdeckte westliche klassische Musik, Jazz und das Kino, und wurde mit westlichen Sitten bekannt. Shankar hörte den leitenden Musiker des Hofes von Maihar, Allauddin Khan, im Dezember 1934 bei einer Musikkonferenz in Kalkutta spielen, und Uday überzeugte den Maharaja von Maihar im Jahr 1935, es Khan zu ermöglichen, als Solist seine Gruppe auf einer Tour durch Europa zu begleiten. Shankar wurde während der Tour sporadisch von Khan unterrichtet und Khan bot Shankar eine Ausbildung zum professionellen Musiker an, unter der Bedingung, dass er alle Tourneen aufgeben und nach Maihar kommen müsse. 

Karriere

Ausbildung und Arbeit in Indien

Shankars Eltern waren bereits verstorben, als er von der Europa-Tour zurückkehrte, und Tourneen in den Westen waren auf Grund der politischen Konflikte, die zum Zweiten Weltkrieg führen sollten, erschwert. Shankar gab seine Tanzkarriere im Jahr 1938 auf, um nach Maihar zu reisen und unter Khan klassische indische Musik zu studieren und bei dessen Familie im traditionellen Gurukul-System zu leben. Khan war ein strenger Lehrer und Shankar übte auf Sitar und Surbahar, lernte Ragas und die musikalischen Stile Dhrupad, Dhamar und Khyal, und wurde in den Techniken der Instrumente Rudra Vina, Rubab und Sursingar unterrichtet. Oft lernte er gemeinsam mit Khans Kindern Ali Akbar Khan und Annapurna Devi. Shankar begann mit der Sitar im Dezember 1939 öffentlich aufzutreten; sein erster Auftritt bestand aus einem Jugalbandi (Duett) mit Ali Akbar Khan, der das Saiteninstrument Sarod spielte.

Shankar schloss seine Ausbildung im Jahr 1944 ab. Anschließend zog er nach Mumbai und schloss sich der Theatergruppe Indian Peoples’ Theatre Association an, für die er in den Jahren 1945 und 1946 Musik für Ballette komponierte. Shankar komponiert im Alter von 25 Jahren die Musik für das bekannte Lied „Sare Jahan Se Achcha“ neu. Er fing an, Musik für His Master’s Voice Indien aufnehmen und arbeitete als musikalischer Leiter für All India Radio (AIR) Neu-Delhi von Februar 1949 bis Januar 1956. Shankar gründete das Indian National Orchestra bei AIR und komponierte für es; seine Kompositionen experimentierten mit einer Mischung aus westlichen Instrumenten und klassischer indischer Instrumentation. Ab Mitte der 1950er Jahre komponierte er die Musik für die international anerkannte Apu-Trilogie von Satyajit Ray. 

Internationale Karriere 1956–1969

V. K. Narayana Menon, Direktor von AIR Delhi, stellte Shankar und den westlichen Geiger Yehudi Menuhin bei dessen ersten Besuch in Indien im Jahr 1952 vor. Shankar war im Jahr 1954 als Teil einer kulturellen Delegation in der Sowjetunion aufgetreten und Menuhin lud Shankar im Jahr 1955 ein, in New York City im Rahmen einer Demonstration indischer klassischer Musik aufzutreten, die von der Ford Foundation gesponsert wurde. Shankar sagte seine Teilnahme wegen Problemen in seiner Ehe ab, empfahl aber Ali Akbar Khan an seiner statt spielen zu lassen. Khan stimmte widerwillig zu und trat mit Tabla-(Schlagzeug-)Spieler Chatur Lal im Museum of Modern Art auf; er wurde später der erste indische klassische Musiker, der im amerikanischen Fernsehen spielte, und, für Angel Records, ein vollständiges Raga aufnahm. 

Shankar kamen die positive Reaktionen auf Khans Spiel zu Ohren und er trat 1956 von seinem Posten bei AIR zurück, um im Vereinigten Königreich, Deutschland und den Vereinigten Staaten auf Tour zu gehen. Er spielte für kleineres Publikum und klärte über indische Musik auf, wobei er Ragas aus der südindischen karnatischen Musik einbezog, und nahm seine erste Schallplatte Three Ragas in London auf, die im Jahr 1956 veröffentlicht wurde. Im Jahr 1958 nahm Shankar an den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der Vereinten Nationen und dem UNESCO-Festival in Paris teil. Seit 1961 tourte er in Europa, den Vereinigten Staaten und Australien, und er wurde der erste Inder, der Musik für nicht-indische Filme komponierte. Chatur Lal begleitete Shankar auf den Tabla bis 1962, als Alla Rakha dessen Rolle einnahm. Shankar gründete die Kinnara School of Music in Mumbai im Jahr 1962. 

Shankar freundete sich während seiner ersten Amerika-Tournee mit Richard Bock an, dem Gründer von World Pacific Records, und nahm die meisten seiner Alben in den 1950er und 1960er Jahren für Bocks Label auf. The Byrds machten im selben Studio Aufnahmen und hörten dort Shankars Musik, was sie dazu veranlasste, einige derer Elemente in ihre eigene Musik aufzunehmen, was ihren Freund George Harrison, von den Beatles, an das Genre heranführte. Harrison interessierte sich für klassische indische Musik, kaufte eine Sitar und benutzte sie zur Aufnahme des Liedes „Norwegian Wood (This Bird Has Flown)“. Dies führte dazu, dass indische Musik von anderen Musikern genutzt wurde und schuf die Raga-Rock-Strömung. 

Harrison traf Shankar 1966 in London und besuchte Indien für sechs Wochen, um in Srinagar unter Shankar Sitar zu lernen. Während des Besuchs wurde von Howard Worth ein Dokumentarfilm über Shankar, genannt Raga, aufgenommen, und im Jahr 1971 veröffentlicht. Shankars Verbindung zu Harrison trug zu einer beträchtlichen Erhöhung seiner Bekanntheit bei und Ken Hunt von Allmusic würde später erklären, dass Shankar im Jahr 1966 der „berühmteste indische Musiker auf dem Planeten“ geworden war. Im Jahr 1967 trat Shankar beim Monterey Pop Festival auf und gewann einen Grammy Award für die beste Kammermusik-Darbietung für West Meets East, einem Gemeinschaftswerk mit Yehudi Menuhin. Im selben Jahr gewannen die Beatles den Grammy Award für das Album des Jahres für Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band, das „Within You Without You“ von Harrison enthielt, ein Lied, das von klassischer indischer Musik beeinflusst war. Shankar eröffnete im Mai 1967 eine Niederlassung der Kinnara School of Music in Los Angeles (Kalifornien) und veröffentlichte im Jahr 1968 eine Autobiografie, My Music, My Life (dt. „Meine Musik, mein Leben“). Er trat beim Woodstock-Festival im August 1969 auf und befand, dass er die Veranstaltung nicht leiden könne. In den 1970er Jahren distanzierte sich Shankar von der Hippie-Bewegung. 

Internationale Karriere 1970–Gegenwart

Im Oktober 1970 wurde Shankar Vorsitzender der Abteilung für indische Musik des California Institute of the Arts, nachdem er zuvor am City College of New York, der University of California, Los Angeles, und als Gastdozent an anderen Hochschulen und Universitäten, einschließlich dem Ali Akbar College of Music, gelehrt hatte. Ende 1970 lud das London Symphony Orchestra Shankar ein, ein Instrumentalkonzert mit Sitar zu komponieren; Concerto for Sitar and Orchestra wurde mit André Previn als Dirigent und Shankar an der Sitar aufgeführt. Hans Neuhoff von Die Musik in Geschichte und Gegenwart hat den Einsatz des Orchesters in diesem Konzert als „amateurhaft“ kritisiert.  Gemeinsam mit George Harrison organisierte Shankar das am 1. August 1971 im New Yorker Madison Square Garden stattfindende Konzert für Bangladesch. Ende des Jahres kam ein aus drei LPs bestehender Mitschnitt heraus. The Concert for Bangladesh wurde zu einem der meistverkauften Musikalben, auf dem indische Musik vertreten ist, und wurde bei der 15. Grammy-Awards-Verleihung als „Album des Jahres“ ausgezeichnet.

Während der 1970er Jahre arbeiteten Shankar und Harrison wieder zusammen, nahmen 1974 Shankar Family and Friends auf und tourten zu gemischten Kritiken durch Nordamerika, nachdem Shankar vorher auf Konzertreise durch Europa gewesen war. Die anstrengende Tour durch Nordamerika schwächte Shankar, und er erlitt im September 1974 in Chicago einen Herzanfall, der ihn zwang einen Teil der Tour abzusagen. In seiner Abwesenheit leitete Shankars Schwägerin, die Sängerin Lakshmi Shankar, das Tourneeorchester. Die Tourband besuchte das Weiße Haus auf Einladung von John Gardner Ford, Sohn von US-Präsident Gerald Ford. Shankar tourte und lehrte für den Rest der 1970er und 1980er Jahre und veröffentlichte sein zweites Instrumentalkonzert, Raga Mala, dirigiert von Zubin Mehta, im Jahr 1981. Shankar wurde für einen Oscar für beste Filmmusik für seine Arbeit an Gandhi aus dem Jahr 1982 nominiert, unterlag aber John Williams’ E. T. Er war Mitglied des Rajya Sabha, dem Oberhaus des indischen Parlaments, vom 12. Mai 1986 bis zum 11. Mai 1992, nachdem er vom indischen Premierminister Rajiv Gandhi ernannt worden war. Shankar komponierte das Tanzdrama Ghanashyam im Jahr 1989. Seine liberalen Ansichten zu musikalischer Zusammenarbeit führten dazu, dass er 1990 gemeinsam mit dem zeitgenössischen Komponisten Philip Glass das Album Passages herausbrachte. 

Shankar unterzog sich 1992 einer Angioplastie auf Grund von Herzproblemen, wonach sich George Harrison an mehreren von Shankars Projekten beteiligte. Wegen der positiven Resonanz, die Shankars Karrierenkompilation In Celebration im Jahr 1996 erhielt, schrieb Shankar eine zweite Autobiografie, Raga Mala, bei der Harrison als Lektor wirkte. Shankar spielte 25 bis 40 Konzerte pro Jahr in den späten 1990er Jahren. Er lehrte seine Tochter Anoushka Shankar Sitar zu spielen und wurde 1997 ein Regent’s Lecturer an der University of California, San Diego. In den 2000er Jahren gewann Shankar einen Grammy Award für das beste Weltmusikalbum für Full Circle: Carnegie Hall 2000 und tourte mit Anoushka, die im Jahr 2002 ein Buch über ihren Vater, Bapi: Love of My Life, veröffentlichte. Anoushka führte eine Komposition von Shankar für das 2002 Harrison Gedenkkonzert Concert for George auf, und Shankar schrieb ein drittes Instrumentalkonzert für Sitar und Orchester für Anoushka und das Orpheus Chamber Orchestra. Shankar spielte sein letztes europäisches Konzert im Juni 2008. 

Stil und Beiträge

Shankar entwickelte einen Stil, der sich von dem seiner Zeitgenossen unterschied, und integrierte Einflüsse aus rhythmischen Praktiken der südindischen karnatischen Musik. Seine Aufführungen beginnen mit einem Solo in Alap, Jor und Jhala (Einführung und Spiel mit Puls und schnellem Puls), beeinflusst vom langsamen und ernsten Dhrupad-Stil, gefolgt von einem Abschnitt mit Tabla-Begleitung, in dem Kompositionen aus dem vorherrschenden Khyal-Stil gespielt werden. Shankar schließt seine Auftritte oft mit einem Stück ab, das vom leichten klassischen Thumri-Stil inspiriert ist. 

Shankar wird als einer der bedeutendsten Sitar-Spieler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts angesehen. Er popularisierte das Spiel auf der Bassoktave der Sitar für den Alap-Abschnitt und wurde für eine Spielweise mit kurzen schnellen Auslenkungen der Saiten in den mittleren und höheren Tonlagen und seine Klangerzeugung durch Anschläge auf und Abziehen der Hauptspielsaite bekannt. Narayana Menon vom New Grove Dictionary merkte Shankars Vorliebe für rhythmische Experimente an, darunter den Einsatz unkonventioneller rhythmischer Zyklen. Hans Neuhoff von Musik in Geschichte und Gegenwart argumentierte, dass Shankars Spielweise keine weite Verbreitung fand, und dass er von anderen Sitar-Spielern beim Spiel melodischer Passagen übertroffen wurde. Shankars Zusammenspiel mit Alla Rakha vergrößerte die Wertschätzung für das Tabla-Spiel in nordindischer klassischer Musik. Shankar förderte die Jugalbandi-Duett-Konzertform und führte neue Ragas ein, darunter Tilak Shyam, Nat Bhairav und Bairagi

Anerkennung

Shankar gewann den Silbernen Bär Sonderpreis bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin 1957 für die Komposition der Musik des Films Kabuliwala. Ihm wurde der Preis der Sangeet Natak Akademi für 1962 verliehen und er wurde zum Fellow der Akademie für 1975 erklärt. Shankar erhielt die drei höchsten zivilen nationalen Ehrungen Indiens: den Padma Bhushan im Jahr 1967, den Padma Vibhushan im Jahr 1981 und den Bharat Ratna im Jahr 1999. Er wurde mit dem Musikpreis des Internationalen Musikrats der UNESCO im Jahr 1975 ausgezeichnet, bekam drei Grammy Awards und wurde für einen Oscar nominiert. Shankar ist Ehrendoktor an Universitäten in Indien und den Vereinigten Staaten. Er erhielt den Kalidas Samman der Regierung von Madhya Pradesh für 1987–88, den Fukuoka Asian Culture Prize 1991, den Ramon Magsaysay Award 1992 und den Polar Music Prize 1998. Shankar ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Letters und erhielt 1997 den Praemium Imperiale für Musik von der Japan Art Association. Der amerikanische Jazz-Saxophonist John Coltrane benannte seinen Sohn Ravi Coltrane nach Shankar. 

Familie und Persönliches

Shankar heiratete Allauddin Khans Tochter Annapurna Devi im Jahr 1941 und ein Sohn, Shubhendra Shankar, wurde 1942 geboren. Shankar trennte sich von Annapurna in den 1940er Jahren und hatte eine Beziehung mit Kamala Shastri, einer Tänzerin, ab den späten 1940er Jahren. Eine Affäre mit Sue Jones, einer New Yorker Konzertproduzentin, führte zur Geburt von Norah Jones im Jahr 1979. Im Jahr 1981 wurde Anoushka Shankar als Tochter von Shankar und Sukanya Rajan geboren, die Shankar seit den 1970er Jahren kannte. Nachdem er sich 1981 von Kamala Shastri trennte, lebte Shankar bis zum Jahr 1986 mit Sue Jones zusammen und heiratete 1989 Sukanya Rajan. 

Shubhendra „Shubho“ Shankar begleitete seinen Vater oft auf Tourneen. Er konnte die Sitar und Surbahar spielen, zog es aber vor, keine Solokarriere anzustreben, und starb im Jahr 1992. Norah Jones wurde in den 2000er Jahren eine erfolgreiche Musikerin und gewann 2003 acht Grammy Awards. Anoushka Shankar war im selben Jahr für einen Grammy Award für Bestes Weltmusikalbum nominiert.

Shankar war Hindu und Vegetarier. Er lebte mit Sukanya in Südkalifornien. Ravi Shankar starb am 11. Dezember 2012 nach kurzer Krankheit im Scripps Memorial Hospital in San Diego. 

Norah Jones

Norah Jones

Norah Jones (* 30. März 1979 in Brooklyn, New York City; eigentlich Geetali Norah Jones Shankar) ist eine US-amerikanische Soul- und Jazz-Sängerin, Pianistin, Songwriterin, Schauspielerin und mehrfache Grammy-Preisträgerin.

Leben

Norah Jones ist die Tochter von Susan Jones und Ravi Shankar. Anoushka Shankar ist ihre Halbschwester. Im Alter von vier Jahren zog sie mit ihrer Mutter nach Grapevine (Texas), eine Vorstadt von Dallas. Zwei Jahre später fing Jones an, Klavierunterricht zu nehmen und spielte für einige Zeit auch Saxophon und Trompete. Mit 15 Jahren schrieb sie sich an der Booker T. Washington High for the Performing and Visual Arts ein, an der auch Erykah Badu und Roy Hargrove ihren Abschluss machten. Bereits während ihrer Schulzeit erhielt Jones einige Preise für ihren Gesang und ihre Kompositionen. Sie änderte ihren Namen im Alter von 16 Jahren (mit der Erlaubnis oder Zustimmung ihres Vaters). Nach der High School ging Jones 1997 an die für ihren guten Musikunterricht bekannte University of North Texas und studierte dort Jazzpiano. Nebenbei sang sie in der Band Laszlo.

1999 zog sie nach New York und trat regelmäßig mit der Funk-Band Wax Poetic auf. Doch bald gründete sie ihre eigene Band mit Jesse Harris, Lee Alexander und Dan Rieser. Im Oktober 2000 nahmen sie einige Demobänder für Blue Note Records auf, bei denen sie im Januar 2001 einen Vertrag unterzeichneten. Jones nahm für Charles Hunters Album Songs from the Analog Playground zwei Lieder auf: More Than This von Roxy Music und Day Is Done von Nick Drake.

2003 erhielten sie und ihr von Arif Mardin produziertes Album Come Away with Me acht Grammys, wodurch sie einem breiteren Publikum bekannt wurde. Ein Jahr später erschien das Album Feels Like Home. 2006 brachte sie mit ihrer Band The Little Willies das gleichnamige Album heraus.

Am 26. Januar 2007 erschien Jones’ Album Not Too Late. Im selben Jahr gab sie mit dem Part der Elizabeth in My Blueberry Nights ihr Debüt als Schauspielerin im US-amerikanischen Roadmovie des Hongkonger Regisseurs Wong Kar-wai. Der Film eröffnete am 16. Mai 2007 die 60. Filmfestspiele von Cannes.

Am 13. November 2009 erschien ihr viertes Studioalbum mit dem Titel The Fall. Im November 2010 erschien das Album Featuring.

Im April 2012 folgte das Album Little Broken Hearts, das von Danger Mouse produziert wurde. Für dessen in Kooperation mit Daniele Luppi produziertes Album Rome lieh Jones im Vorjahr bereits für einige Stücke ihre Stimme.

Diskografie

Alben und EPs

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkung
DE UK US AT CH
2001 First Sessions (EP) Erstveröffentlichung: 2001
Weltweite Verkäufe: 5.000 (limitiert)
2002 Come Away with Me 2 1 1 2 2 Erstveröffentlichung: 26. Februar 2002
Weltweite Verkäufe: 20 Mio.
2003 New York City
(The Peter Malick Group feat. Norah Jones)
53 54 28 Erstveröffentlichung: 2003
Weltweite Verkäufe: 1 Mio.
2004 Feels Like Home 1 1 1 1 1 Erstveröffentlichung: 10. Februar 2004
Weltweite Verkäufe: 14 Mio.
2006 The Little Willies 53 48 18 25 Erstveröffentlichung: 2006
Weltweite Verkäufe: 1 Mio.
2007 Not Too Late 1 1 1 1 1 Erstveröffentlichung: 26. Januar 2007
Weltweite Verkäufe: mehr als 4,0 Mio.
2009 The Fall 3 24 3 3 1 Erstveröffentlichung: November 2009
2012 Little Broken Hearts 3 4 2 1 1 Erstveröffentlichung: 27. April 2012

Kompilationen

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkung
DE UK US AT CH
2010 …Featuring 55 29 16 13 Erstveröffentlichung: 12. November 2010

Singles

Jahr Titel Chartplatzierungen Album
DE UK US AT CH
2002 Don’t Know Why 82 59 30 56 Come Away with Me
Feelin’ the Same Way 72
2003 Come Away with Me
Don’t Know Why / I’ll Be Your Baby Tonight 63
2004 Turn Me On / Crazy
Sunrise 53 30 44 84 Feels Like Home
What Am I to You?
Sleepless Nights / Those Sweet Words
2006 Thinking About You 65 82 49 35 Not Too Late
2007 Sinkin’ Soon
2009 Chasing Pirates 66 38 23 The Fall
2012 Happy Pills - - - Little Broken Hearts

Kooperationen

  • 2000: Wax Poetic
  • Songs from the Analog Playground mit dem Charlie Hunter Quartett
  • Medicated Magic mit der Dirty Dozen Brass Band
  • 2003: New York City mit der Peter Malick Group
  • 2003: Tennessee Waltz mit Joel Harrison
  • 2004: Here We Go Again mit Ray Charles
  • 2005: Take Off Your Cool mit Andre 3000
  • 2005: In Your Honor, Duett Virginia Moon mit Dave Grohl von den Foo Fighters
  • 2005: Dear John, mit The Cardinals
  • 2005: Tennessee Waltz und I Don’t Want Anything to Change mit Bonnie Raitt
  • 2006: Sucker, mit Mike Patton auf dem s/t Album Peeping Tom
  • 2006: Wild Horses, mit Tim Ries (The Rolling Stones Project)
  • 2007: Court and Spark, mit Herbie Hancock
  • 2007: Crazy Arms und Your Cheatin’ Heart, live mit Jerry Lee Lewis
  • 2007: Soon the New Day, mit Talib Kweli
  • 2008: Life Is Better, mit Q-Tip
  • 2009: Dreamgirl, mit The Lonely Island
  • 2010: Little Lou, Ugly Jack und Prophet John mit Belle and Sebastian
  • 2010: Ill Wind, mit dem Charlie Haden Quartet West (Album Sophisticated Ladies)
  • 2011: Season’s Trees, Black und Problem Queen, mit Danger Mouse und Daniele Luppi auf deren Album Rome
  • 2011: Ashes & Fire, mit Ryan Adams

Veröffentlichungen mit El Madmo

  • 2008: El Madmo – El Madmo

DVDs und Videos

  • 2002: Live in New Orleans (DE #97)
  • 2004: Live in 2004
  • 2007: Not Too Late
  • 2007: Live from Austin, Tx

Auszeichnungen

Norah Jones hat zahlreiche Preise gewonnen, darunter die folgenden Grammy Awards:

  • 2003: Best Pop Vocal Album – Come Away with Me
  • 2003: Album of the Year – Come Away with Me
  • 2003: Best Engineered Album, Non-Classical – Come Away with Me
  • 2003: Record of the Year – Don’t Know Why
  • 2003: Best Female Pop Vocal Performance – Don’t Know Why
  • 2003: Song Of The Year – Don’t Know Why
  • 2003: Best New Artist
  • 2005: Best Pop Collaboration with Vocals – Here We Go Again (mit Ray Charles)
  • 2005: Best Female Pop Vocal Performance – Sunrise
  • 2005: Record of the Year – Here We Go Again (mit Ray Charles)