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UFO (britische Hardrock Band)

UFO 2012

UFO ist eine britische Hard-Rock-Band, die 1969 in London gegründet wurde. Ihre größten Erfolge und bekanntesten Songs stammen aus den frühen 1970er Jahren, als das ehemalige Scorpions-Mitglied Michael Schenker in der Band die Leadgitarre spielte.

UFO Britische Hardrock Band

UFO wurde 1969 in London unter dem anfänglichen Namen Hocus Pocus gegründet. Gründungsmitglieder waren Sänger Phil Mogg, Gitarrist Mick Bolton, Bassist Pete Way und Schlagzeuger Andy Parker. Kurz nach der Gründung wurde der Bandname nach einem Londoner Club in UFO umgewandelt.

1970 wurde das nach dem Bandnamen betitelte Debütalbum über Decca Records veröffentlicht. Der Stil dieses ersten Albums war – ähnlich wie bei den frühen Deep Purple – mehr dem harten Boogie zuzuordnen. Darüber hinaus waren Anleihen an Psychedelic und Space Rock vorhanden. Dennoch war der größte Erfolg des Albums das als Single ausgekoppelte Eddie Cochran-Cover C’mon Everybody, welches teilweise auch heute noch auf Konzerten der Band als Zugabe gespielt wird. Das zweite Album Flying dagegen trug in einigen Fassungen den programmatischen Untertitel One Hour Space Rock und präsentierte die Band von ihrer psychedelischen Seite. Herausragend war die lange Spieldauer von fast einer Stunde sowie die sehr langen, teilweise psychedelisch und improvisiert klingenden Songs wie Star Storm oder der Titelsong.

Den größten Erfolg hatten die ersten beiden UFO-Alben in Japan, so dass die Band bereits 1971 eine Tournee dorthin unternahm. Ergebnis dieser Reise war das Livealbum UFO Lands In Tokyo, welches außerhalb Japans unter dem schlichten Titel UFO Live, erschien.

Dennoch erschien der Band der Stil als zu limitiert, weshalb Mick Bolton 1972 die Band verließ und diese nun nach einem neuen Gitarristen suchen musste. Zunächst fand man in Larry Wallis einen Ersatz für Bolton. Dann folgte Bernie Marsden, dem vor einer Konzertreise durch die Bundesrepublik Deutschland wegen eines vergessenen Reisepasses die Einreise verweigert wurde. Vorband von UFO bei diesen Konzerten waren die Hannoverschen Scorpions. Bei dieser Tournee wurde die Band auf den erst 17 Jahre alten Michael Schenker aufmerksam, der in der Folge als Gitarrist bei UFO auftrat. Anschließend wurde er Ende 1973 wegen seines spielerischen Könnens als neues Mitglied anstelle von Marsden in die Band geholt. Gleich nach seiner Aufnahme in die Band reiste Schenker nach England, um dort am neuen Album „Phenomenon“ mitzuwirken. Dieses Album erschien 1974 bei Chrysalis Records und bot einen wesentlich mehr dem damaligen Hard Rock ähnelnden Stil, der vom kompetenten Sologitarristen und Komponisten Schenker profitierte. Klassiker dieses Albums sind „Doctor Doctor“ und „Rock Bottom“.

Mit dem Einstieg von Michael Schenker konnte die Band in den folgenden Jahren ihren Stil festigen und auch in kommerzieller Hinsicht erfolgreich werden. 1975 und 1976 erschienen die Alben „Force It“ und „No Heavy Petting“, die die Beliebtheit von UFO steigen ließen. Der endgültige Durchbruch gelang jedoch erst mit dem 1977er Album „Lights Out“, welches in den US-amerikanischen Billboard-Charts Platz 23 erreichte. Zudem war zu diesem Album Paul Raymond als zweiter Gitarrist in die Band eingestiegen, welcher nebenbei auch als Keyboarder fungierte und so das Klangspektrum von UFO erweiterte. Jedoch traten schon zu dieser Zeit erste persönliche Spannungen zwischen Phil Mogg und Michael Schenker auf. 1978 erschien das Album „Obsession“, welches den Erfolg seines Vorgängers in den USA nicht wiederholen konnte, dafür aber in Großbritannien Platz 26 der Charts erreichte und mit der Singleauskopplung „Only You Can Rock Me“ einen weiteren Klassiker enthielt. Das Livealbum „Strangers In The Night“ von 1979 avancierte dagegen zum größten Erfolg von UFO und erreichte mit Platz 8 in den britischen Albencharts eine Top-10-Platzierung. Bald nach diesem Album trennte sich der von Drogenproblemen geplagte Michael Schenker wegen Differenzen mit Sänger Phil Mogg von UFO. Schenker gründete dann nach einer kurzen Rückkehr zu den Scorpions seine eigene Band, die Michael Schenker Group, kurz MSG.

In Paul Chapman, der bereits 1974 kurzzeitig Mitglied der Band war, fanden UFO schnell einen Nachfolger für Michael Schenker. Das erste Album dieser Phase, „No Place To Run“ aus dem Jahre 1980, bei dem Beatles-Produzent George Martin an den Reglern saß, erreichte Platz 51 in den Billboard-Charts und Platz 10 in den britischen Charts. UFO erlangten in dieser Zeit vor allem in ihrem Heimatland Kultstatus unter den Anhängern der New Wave of British Heavy Metal. Diese nahmen auch das 1981er Album „The Wild, The Willing & The Innocent“ begeistert auf. Während die Plattenverkäufe in den USA rückläufig waren, zogen sie im Heimatland der Band an.

Auch das Album „Mechanix“ von 1982 floppte in den USA, während es in Großbritannien erneut ein Hit wurde. Bassist Pete Way stieg im selben Jahr aus, schloss sich kurzzeitig Ozzy Osbourne an und gründete wenige Monate später zunächst Fastway und dann Waysted. Sein Nachfolger wurde der spätere Bassist von David Lee Roth und Mr. Big, Billy Sheehan. Paul Gray von der Punkband The Damned löste für die Abschiedstour 1983 Billy Sheehan ab. Im selben Jahr erschien das Album „Making Contact“. Das Album wurde in Großbritannien ein relativer Flop, da erstmals in der Ära mit Paul Chapman die Top 20 verfehlt wurden. Der Waliser und Neil Carter teilten sich die Bass-Parts auf diesem Album, das zu stark auf amerikanischen AOR-Rock ausgerichtet war.

Zwei Jahre währte ab 1984 der Versuch des Sängers Phil Mogg, unter dem Namen UFO eine neue Band zusammenzustellen. Das Album „Misdemeanor“ fiel bei den alten Fans der Band ebenso durch wie beim Rest des Publikums.

Erst 1992 fanden Pete Way und Phil Mogg wieder zueinander und beschlossen, UFO wieder in Erscheinung treten zu lassen. Mit Laurence Archer an der Gitarre und Clive Edwards am Schlagzeug entstand das Comeback-Album „High Stakes & Dangerous Men“ und noch im selben Jahr der Livemitschnitt „Lights Out In Tokyo“. Das neue Material stellte eine Reminiszenz an die 70er Jahre dar, wodurch das öffentliche Interesse an der Band wieder auflebte. 1993 kam es schließlich zu einer Reunion der erfolgreichen Schenker-Mogg-Way-Raymond-Parker Besetzung der 1970er Jahre. Nachdem in dieser Besetzung 1995 das Album „Walk On Water“ veröffentlicht wurde, traten jedoch auch die alten Spannungen zwischen Schenker und Mogg wieder auf. Noch während der Welttournee verließ Schenker die Band, sodass UFO erneut vor dem Aus standen.

Unter der Bezeichnung “Mogg/Way” arbeiteten Phil Mogg und Pete Way bis zum Ende des Jahrzehnts an zwei weiteren Alben, bevor im Jahr 2000 Schenker wieder in die Band einstieg. In diesem Jahr wurde das Album „Covenant“ aufgenommen und veröffentlicht. 2002 wurde das Album „Sharks“ veröffentlicht. Beide Alben konnten die Kritiker wieder für die Schenker-Besetzung begeistern, jedoch zeigte sich Schenker erneut wenig bereit, weiterhin mit der Band zu kooperieren. Zu dieser Zeit erfuhr auch die Paul-Chapman-Ära eine späte Würdigung, als das Album „The Wild, The Willing & The Innocent“ in der Liste „Top 300 – Die besten Scheiben aller Zeiten“ der Zeitschrift Rock Hard Platz 127 belegte.

Um den unklaren Status Schenkers in der Band zu meiden, besetzte die Band 2003 den Gitarrenposten mit Vinnie Moore. Zudem wurde im selben Jahr Jason Bonham als Schlagzeuger in die Band aufgenommen. In dieser Besetzung entstand 2004 das erneut traditionell orientierte Album „You Are Here“. Auf der Tour zu diesem Album schnitt die Band am 13. Mai 2005 ihren Auftritt in Wilhelmshaven mit, welcher Anfang 2006 unter dem Titel „Showtime“ auf CD und DVD veröffentlicht wurde. Zwischenzeitlich ist Bonham aus der Band ausgestiegen und wurde durch Originaldrummer Andy Parker ersetzt. Die Band ist immer noch aktiv und tourt regelmäßig. Auch beim 20. Wacken Open Air Jubiläum im Jahr 2009 traten sie auf.