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Bee Gees

Bee Gees

Die Bee Gees waren eine englischsprachige Popgruppe, die 1958 als Kinderband der Brüder Barry, Maurice und Robin Gibb in Australien mit Beatmusik ihre musikalische Karriere begann. Die Familie Gibb kehrte 1966 nach Großbritannien zurück, nachdem die Band einen Vertrag mit Polydor unterschrieben hatte. Danach wurden die Bee Gees weltweit bekannt. 1969 trennte die Gruppe sich im Streit, wurde jedoch bereits wenige Monate später wieder vereinigt. Mit dem 1977 erschienenen Soundtrack zum Film Saturday Night Fever feierte die Gruppe ihren größten kommerziellen Erfolg.

Erste musikalische Schritte

Die Brüder Barry (* 1. September 1946), Robin (* 22. Dezember 1949; † 20. Mai 2012) und Maurice (* 22. Dezember 1949; † 12. Januar 2003) Gibb wurden auf der Isle of Man geboren und verbrachten dort bis Anfang der 1950er Jahre ihre frühe Kindheit. Die Familie zog dann zunächst nach Manchester und 1958 nach Australien, wo sie australische Staatsbürger wurden.

Schon im Alter von sechs Jahren standen die Zwillinge Robin und Maurice und der drei Jahre ältere Bruder Barry Gibb unter verschiedensten Namen wie The Rattlesnakes, Wee Johnny Hayes & The Blue Cats oder Barry & The Twins auf der Bühne. Sie wurden beeinflusst von dem Skiffle-König Lonnie Donegan sowie dem Rock ’n’ Roller Tommy Steele. Später trat die Gruppe auch unter den Namen B.G.s und Gibb Brothers auf.

Die Brüder Gibb erhielten 1960 ihre erste 30-minütige Fernsehshow im australischen Regionalfernsehen. 1963 erschien ihre erste Single Three Kisses Of Love. Ihren ersten Top-Ten-Hit in Australien hatten sie 1965 mit Wine and Women. Im selben Jahr wurde Barry Gibb – der bereits seit Anfang der 1960er Jahre für eine Vielzahl von Künstlern Songs schrieb – als bester Songwriter ausgezeichnet (für I Was a Lover a Leader of Men). Als die Bee Gees – mittlerweile Teenie-Stars – 1966 mit Spicks And Specks ihren ersten Nr.-1-Hit in Australien hatten, waren sie bereits mit dem Schiff auf dem Weg nach Großbritannien, wo sie Robert Stigwood unter Vertrag nahm.

1967–1968: Beginn des weltweiten Erfolges

Verstärkt durch Gitarrist Vince Melouney und Schlagzeuger Colin Petersen hatten sie im Frühjahr 1967 ihren ersten weltweiten Millionen-Erfolg mit der düsteren Ballade New York Mining Disaster 1941. Es folgten weitere Hits wie To Love Somebody, Massachusetts, World, Words, I’ve Gotta Get a Message to You u. v. a.

Die Bee Gees wurden innerhalb kürzester Zeit als größte Konkurrenz der Beatles gehandelt. Vor allem bei den Medien waren die Bee Gees sehr beliebt, da sie – im Gegensatz zu den Beatles oder Rolling Stones – das Image von „wohlerzogenen“ Musikern fernab von Drogen hatten. Barry Gibb, der 1968 u.a. zum schönsten Mann der Welt gewählt wurde, galt in dieser Zeit als Sexsymbol.

Von den Kritikern 1967 zunächst noch hochgelobt, fielen die Brüder Gibb – je kommerziell erfolgreicher sie wurden – zunehmend in Ungnade vor allem bei den britischen Musikfachzeitschriften. Ihre Texte wurden als surreal bis unsinnig bezeichnet („Now, I found, that the world is round and of course it rains everyday.“ World) und die oftmals mit großem Orchester und Chor arrangierten Songs als kitschig kritisiert.

1969–1975: Auflösung und Wiedervereinigung

Ende 1969 löste sich die Gruppe auf, nachdem sich die Brüder zerstritten hatten. Als erster verließ Vince Melouney die Gruppe, dann Robin Gibb und dann Colin Petersen. Erwähnenswert ist, dass nach der Trennung von Robin ein Fernsehauftritt in England folgte, bei dem Schwester Lesley Gibb als Vertreterin von Robin auftrat. Es blieb jedoch bei diesem einen Versuch. Als Duo wirkten die Brüder Barry und Maurice im englischen Fernsehfilm Cucumber Castle mit und brachten das gleichnamige Album u. a. mit den Songs Don’t Forget to Remember und I.O.I.O. heraus. Nachdem auch sie sich trennten, versuchte es jeder der Gibb-Brüder mit eigenen Projekten. Als Solokünstler war lediglich Robin Gibb (Saved by the Bell, August, October, One Million Years und dem Album Robins Reign) erfolgreich, wobei er jedoch stark von Maurice unterstützt wurde.

Bereits Mitte 1970 konnte der Streit zwischen den Brüdern beigelegt werden und es kam zu einer Wiedervereinigung der Band. Sie bestand aber nur noch aus Barry, Maurice und Robin Gibb; Vince Melouney und Colin Petersen waren nicht mehr dabei. Unmittelbar nach ihrer Wiedervereinigung hatten die Bee Gees vor allem in den USA eine Reihe von Hits, zwei davon mit Goldstatus (Lonely Days und How Can You Mend a Broken Heart).

In Europa wurden die Bee Gees Anfang der 1970er Jahre zunehmend bedeutungslos (einziger Top-Ten-Hit in Deutschland bis 1978: I.O.I.O. (1970), in Großbritannien bis 1975 Run to Me (1972)). Doch auch in den USA ließ der Erfolg nach; ihre Platten erreichten in den Jahren 1973 und 1974 nur noch mit Mühe die TOP 100. Zu dieser Zeit konnten die Bee Gees lediglich in Südostasien Hits landen (Nr. 1 u. a. in Hongkong und Japan mit Melody Fair, Wouldn’t I Be Someone, Saw a New Morning).

1975–1979: Das erste Comeback und die Disco-Welle

Doch bereits 1975 erlebten sie weltweit ein überraschendes Comeback, indem sie einen neuen Sound mit verstärkten R&B-Elementen, Falsettgesang und pulsierenden Disco-Beats präsentierten. Mit den LPs Main Course, Children of the World und Here at Last … und den daraus ausgekoppelten Single-Hits (u. a. Jive Talkin’ , Nights on Broadway, You Should Be Dancing) waren sie laut der US-Zeitschrift Billboard bereits Ende 1977 die erfolgreichste Band der 1970er Jahre. Doch erst der Soundtrack zum Film Saturday Night Fever, mit Welthits wie Stayin’ Alive, Night Fever und How Deep Is Your Love, machte sie, nun auch in Deutschland, zu Mega-Stars. Das Album ist bis heute der zweitmeistverkaufte Soundtrack in den USA – nur Bodyguard von Whitney Houston ging dort öfter über den Ladentisch. Saturday Night Fever wird seit 2002 auch als Musical aufgeführt, mit zahlreichen Aufführungen in Deutschland.

Der unverkennbare dreistimmige Falsettgesang wurde für die Bee Gees und die gesamte Disco-Ära ein Markenzeichen. Vor allem in den USA grassierte die Bee-Gee-Mania: Im Sommer 1978 waren für einige Wochen die ersten drei Plätze der US-Charts in fester Hand der Brüder Gibb. Gleichzeitig waren sie mit zwei weiteren Hits in den Top-Ten (Plätze 5 und 7) vertreten und sind somit gemeinsam mit den Beatles die einzige Gruppe, die gleichzeitig fünf Songs in den Top-Ten halten konnte. Allein in den Jahren 1978 und 1979 verbuchten sie in den USA sechs Nummer-1-Hits in Folge.

1980–1987: Das Ende des Disco-Sounds

Nach dem Hoch kam der Fall des Disco-Sounds. Die 1981 veröffentlichte Single He’s a Liar erreichte nur noch Platz 30 – die schlechteste Position seit ihrem Tiefpunkt 1974. Zwischen 1981 und 1987 erschienen neben dem Soundtrack zum Film Staying Alive einige Solo-Platten von Barry (Shine Shine erreichte Platz 37 in den USA) und Robin Gibb, der vor allem in Europa mit Hits wie Another Lonely Night in New York (1983), Juliet (1983) oder Boys Do Fall in Love (1984) recht erfolgreich war.

1987–2001: Das zweite Comeback

Ende der 1980er Jahre feierten die Brüder Gibb ein erneutes Comeback mit dem Hit You Win Again (1987) und bewiesen, dass sie auch ohne den „Helium-Sound“ wieder erfolgreiche Musik machen konnten. 1988 starb ihr jüngster Bruder Andy Gibb, der bis dahin als Solokünstler bekannt war, an Herzversagen. Dies war kurz vor der Veröffentlichung ihres Albums One (1989). Mit der gleichnamigen Single-Auskopplung verbuchten sie ihren ersten Top-Ten-Hit in den USA seit 10 Jahren. 

1989 wurden die Bee Gees während eines Auftrittes in Los Angeles auf der Bühne von einem Attentäter beschossen. Die Polizei verhaftete den Täter kurz darauf.

Auf dem letzten Studioalbum der drei Brüder (This Is Where I Came In), welches 2001 erschien, fanden sie zu ihrem ursprünglichen Sound zurück.

2003–2006: Das Ende der Band

Am 12. Januar 2003 starb Maurice Gibb wenige Tage nach einer Darmoperation. Das bedeutete noch nicht sofort das Ende der Bee Gees, aber es gab keine gemeinsamen Projekte mehr. Während Barry Gibb das Album Guilty Pleasures mit Barbra Streisand herausbrachte und auch mit Cliff Richard zusammenarbeitete, unternahm Robin Gibb einige Solo-Tourneen. Offiziell wurde das Ende der Bee Gees im September 2006 bekannt gegeben. Mit dem neuen Vertrag, den Barry und Robin Gibb mit der Warner Media Group (WMG) schlossen, wurde deutlich, dass es kein zukünftiges Bee-Gees-Album mehr geben würde. Die Brüder haben für alle gemeinsamen zukünftigen Projekte den Vertrag nicht unter dem alten Namen der Band, sondern als Brothers Gibb (2006) abgeschlossen. 2009 taten sich Barry und Robin nochmals zu Liveauftritten zusammen.

Barry Gibb lebt seit langem in Florida, USA, während Robin Gibb seinen Wohnsitz in Oxfordshire, England, hatte. Im Mai 2004 erhielten Barry und Robin Gibb die Ehrendoktorwürde der Universität in Manchester. Robin nahm außerdem die posthum an seinen verstorbenen Zwillingsbruder Maurice verliehene Ehrendoktorwürde entgegen.

Robin Gibb starb am 20. Mai 2012 infolge einer langjährigen Krebserkrankung.

 

Diskografie

  • 1965: Barry Gibb & The Bee Gees Sing and Play 14 Barry Gibb Songs
  • 1966: Spicks and Specks (Album + Single)
  • 1967: Turn Around, Look At Us
  • 1967: Bee Gees 1st
  • 1968: Horizontal
  • 1968: Rare Precious And Beautiful (Kompilation)
  • 1968: Idea
  • 1969: Best of Bee Gees (Kompilation)
  • 1969: Odessa
  • 1969: Rare Precious And Beautiful 2 (Kompilation)
  • 1970: Rare Precious And Beautiful 3 (Kompilation)
  • 1970: Cucumber Castle
  • 1971: Melody (Soundtrack)
  • 1971: 2 Years On
  • 1971: Trafalgar
  • 1972: To Whom It May Concern
  • 1973: Life in a Tin Can
  • 1973: Best of Bee Gees Vol. 2 (Kompilation)
  • 1973: A Kick in the Head Is Worth Eight in the Pants (unveröffentlicht)
  • 1974: Mr. Natural
  • 1975: Main Course
  • 1976: Bee Gees Gold (Kompilation)
  • 1976: All This and World War II (Soundtrack)
  • 1976: Children of the World
  • 1977: Here At Last … Bee Gees … Live (Live)
  • 1977: Saturday Night Fever: The Original Movie Sound Track
  • 1978: Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Soundtrack)
  • 1978: Bee Gees Greatest (Kompilation)
  • 1979: Spirits Having Flown
  • 1979: Bee Gees Greatest
  • 1981: Living Eyes
  • 1983: Stayin’ Alive (Soundtrack)
  • 1987: E.S.P.
  • 1989: One
  • 1990: The Very Best of the Bee Gees (Kompilation)
  • 1990: Tales from the Brothers Gibb (Kompilation)
  • 1991: High Civilization
  • 1993: Size Isn’t Everything
  • 1997: Still Waters
  • 1998: One Night Only (Live)
  • 2001: This Is Where I Came In
  • 2001: Their Greatest Hits – The Record (Kompilation)
  • 2004: Number Ones (Kompilation)
  • 2005: Love Songs (Kompilation)
  • 2006: The Studio Albums 1967–1968
  • 2007: Greatest
  • 2009: The Ultimate Bee Gees 50th Anniversary Collection (Kompilation)
  • 2010: Mythology (Kompilation)

Auszeichnungen

  • 1968 – Goldener Bravo Otto
  • 1968 – Grammy Massachusetts
  • 1969 – Goldener Bravo Otto
  • 1971 – Silberner Bravo Otto
  • 1978 – Grammy How Deep Is Your Love
  • 1979 – Grammy Album of the Year
  • 1980 – 2 Grammy Awards (für Saturday Night Fever und Producer of the year)
  • 1996 – Platin Otto bei Bravo
  • 1997 – Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame 
  • 1997 – Brit Award (Outstanding Contribution)
  • 1997 – World Music Award (Lifetime Achievement Award)
  • 1997 – American Music Award (International Achievement Award)
  • 1997 – Bambi
  • 2003 – Grammy Legend Award
  • 2004 – Aufnahme in die Dance Music Hall of Fame
  • 2007 – Ehrung „Ikonen des Pop“ am 15. Mai 2007 

Die Bee Gees unterstützen seit langem die Arbeit wohltätiger Organisationen (u. a. UNICEF, Childline, Children In Need)

BARBRA STREISAND….

Barbra Streisand

Barbra Streisand (* 24. April 1942 in Brooklyn, New York; eigentlich Barbara Joan Streisand) ist eine US-amerikanische Musikerin und Filmschaffende. Streisand, die als Musicalschauspielerin begann, ist mit weltweit über 140 Mio. verkauften Alben eine der kommerziell und künstlerisch erfolgreichsten Sängerinnen in der Geschichte der modernen Unterhaltungsindustrie. Seit ihrem Durchbruch mit der Hauptrolle in dem Film Funny Girl (1968) wird sie auch zu den Stars des neuen Hollywood gezählt und konnte sich seitdem mit eigenen Filmproduktionen und Regiearbeiten etablieren. Für ihre musikalischen Leistungen wurde sie mehrmals mit dem Grammy Award ausgezeichnet, außerdem gewann sie den Oscar als beste Hauptdarstellerin (Funny Girl) und für den besten Filmsong (A Star Is Born) sowie mehrere Emmys, Golden Globe Awards und einen Special Tony Award. Sie ist die einzige Künstlerin, die in fünf aufeinanderfolgenden Jahrzehnten mit jeweils mindestens einem Album auf Platz 1 der US-Charts landete.

Biographie

Familiärer Hintergrund

Barbra Streisand wurde in eine jüdische Familie im Brooklyner Stadtteil Williamsburg geboren. Ihr Vater Emanuel Streisand war Grundschullehrer und starb, als sie 15 Monate alt war. Ihr Stiefvater war Louis Kind. Ihre Halbschwester Roslyn Kind wurde ebenfalls Schauspielerin. Ihre Mutter Diana Ida Rosen war Schulsekretärin. Beide Elternfamilien stammen ursprünglich aus Österreich. Der Familienname Streisand wurde aus dem ursprünglichen Namen Streusand abgeleitet. Ein Jugendfreund war der spätere Schachweltmeister Bobby Fischer.

Musikkarriere

Am 29. Dezember 1955 nahm die 13-jährige Barbra Streisand zwei Lieder für ein Demoband auf. Eine der Einspielungen war You’ll Never Know, die man heute auf der CD-Compilation Just For The Record wiederfindet.

Im Herbst 1957 war sie Honors Student (Schülerin mit hervorragenden Leistungen) in ihrem Jahrgang. Im Schulchor sang sie gemeinsam mit Neil Diamond, beide lernten einander allerdings erst viele Jahre später persönlich kennen (zur Zeit ihres gemeinsamen Duetts ‘You don’t bring me flowers’) und sind bis heute befreundet.

Noch als Teenager begann Streisand als Nachtklubsängerin. Weil sie eigentlich Schauspielerin werden wollte, trat sie in dem Musical Driftwood und einigen anderen Sommertheater-Produktionen (Summer stock) auf. Ihre ersten Bühnenerfahrungen sammelte sie bereits 1958, als sie am Clinton Theater in drei Stücken auftrat.

1961 hatte sie ihren ersten Fernsehauftritt in der Tonight Show. Den ersten Plattenvertrag unterzeichnete sie 1962 bei Columbia Records. Es folgten weitere Gastspiele im Fernsehen, etwa in der Judy Garland Show 1963, wo sie Happy Days Are Here Again und Judy Garland Get Happy sang. Beide Songs wurden von Garland zu einem Duett arrangiert. Nach diesen Erfolgen brachte sie bereits im Herbst 1963 mit The Second Barbra Streisand Album ihr zweites Album heraus. Mit ihrem ersten Album The Barbra Streisand Album gewann sie 1964 zwei Grammys.

Ab 1961 bekam sie auch Engagements am Broadway. Ihre erste Rolle spielte sie in dem Musical I Can Get It For You Wholesale, eine weitere 1964 als Fanny Brice im Musical Funny Girl.

Ihre ersten Schallplattenerfolge und der Hit am Broadway mit Funny Girl brachten ihr einen mehrjährigen Fernsehvertrag mit der Fernsehanstalt CBS, die bis Ende der 1960er Jahre TV-Specials mit ihr produzierte. Höhepunkt dieser Shows war die Live-Aufzeichnung eines Konzerts im New Yorker Central Park vor 300.000 Zuschauern bei freiem Eintritt. Den Oscar für die beste Hauptdarstellerin gewann sie 1969 für Funny Girl, eine Verfilmung des gleichnamigen Musicals. 1970 wurde Streisand mit einem Special Tony Award für ihre Broadway-Karriere im vorigen Jahrzehnt ausgezeichnet.

Nachdem Streisand in den 1960er Jahren mit künstlerischen und sehr erfolgreichen Songs aus Broadway-Musicals und Interpretationen im Bereich traditioneller Pop- und Jazzstandards bekannt geworden war, wechselte sie 1969 mit dem Album What About Today? erstmals in eine zeitgemäße musikalische Richtung unter Einfluss des Softrock und der Massen- und Jugendkultur. In den 1970er und frühen 1980er Jahren zählte sie mit ihrem unverwechselbaren, immer etwas dramatisch klingenden Gesangsstil zu den bedeutendsten Popsängerinnen, mit einem Repertoire zahlreicher Balladen, teilweise aus eigenen Filmsoundtracks.

Einen zweiten Oscar erhielt sie 1976 für ihre Komposition Evergreen für den Film A Star Is Born. Sie war die erste Komponistin, die diesen Preis gewann. Im selben Jahr wurde sie mit einem Stern auf dem Hollywood Walk of Fame verewigt. Zwischen 1970 und 1980 erhielt sie mehrmals den renommierten AGVA Georgie Award der Vereinigung amerikanischer Varietékünstler für ihre Leistungen auf der Musikbühne.

1980 erschien Streisands kommerziell erfolgreichstes Pop-Album Guilty, das von den Bee Gees produziert und von der Welthit-Single Woman in Love angeführt wurde. Erst mit The Broadway Album kehrte sie 1985 zu ihren musikalischen Wurzeln zurück, als sie unter der Leitung Stephen Sondheims einige seiner schönsten Musicalsongs aufnahm. Das Album wurde ein Verkaufsschlager und brachte ihr 1987 erneut den Grammy Award für die beste weibliche Pop-Gesangsdarbietung ein.

Insgesamt veröffentlichte sie, einschließlich ihrer Filmsoundtracks, mehr als sechzig Alben, für die sie bis heute mit über 50 Goldenen, über 30 Platin- und mehr als 18 Multi-Platin-Schallplatten ausgezeichnet wurde, womit sie in den All-Time-Charts an zweiter Stelle vor den Beatles und den Rolling Stones steht und nur von Elvis Presley übertroffen wird.

Im Sommer 2007 ging Streisand zum ersten Mal in Kontinentaleuropa auf Konzertreise, mit Stationen in Zürich, Wien, Paris, Berlin, Manchester, Dublin und London.

Filmkarriere

Streisand führte bei mehreren Filmen Regie, etwa bei Yentl, bei dem sie als Produzentin, Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin tätig war. Die Beschäftigung mit dem in Yentl thematisierten Judentum zieht sich wie ein roter Faden durch Streisands Werke. Sie gründete außerdem 1972 die Produktionsfirma Barwoods Films, womit sie ihre eigenen Filme produziert. Mit Barwoods produzierte sie Yentl, Nuts… Durchgedreht, Herr der Gezeiten und Liebe hat zwei Gesichter mit großem Erfolg. Einen schlagenden Erfolg feierte sie 1972 in der weiblichen Hauptrolle des Filmes Is’ was, Doc? unter der Regie von Peter Bogdanovich an der Seite von Ryan O’Neal.

Persönliches

Von 1963 bis 1971 war Streisand mit dem Schauspieler Elliott Gould verheiratet, mit dem sie den gemeinsamen Sohn Jason Gould hat. Dieser ist als Nebendarsteller in Streisands Film Herr der Gezeiten zu sehen. 1998 heiratete sie den Schauspieler James Brolin. Ihr Markenzeichen sind ihr leichter Silberblick und ihre große Nase. Eine Nasenoperation lehnte sie ab, da sie dadurch eine Beeinträchtigung ihrer Stimme befürchtete.

Spätestens anlässlich ihres Konzertes in Wien am 23. Juni 2007 wurde bekannt, dass ihre sehr guten Deutschkenntnisse auf ihre familiäre Herkunft zurückgeführt werden können. Die Familien beider Eltern stammen aus Österreich. Daraus erklärt sich Streisands Scherz am Ende des Konzertes „Ich gehe jetzt auf eine Käsekrainer.“ Barbra Streisand engagiert sich seit 1986 mit der Streisand Foundation für zahlreiche Wohltätigkeitsprojekte.

Barbra Streisand hat sich ihr Leben lang für die liberale demokratische Partei der USA eingesetzt. Sie war 1971 auch aus diesem Grund Teil der Feindesliste des republikanischen Präsidenten Richard Nixon.

Diverse Referenzen an die Persönlichkeit

Streisand wird oft in der Animations-Serie South Park erwähnt, in der Folge „Robo Streisand“ der ersten Staffel ist sie sogar eine Hauptperson. In der Sitcom Die Nanny war sie immer wieder Thema und wurde dort als großes Vorbild der von Fran Drescher dargestellten Hauptfigur bezeichnet, genauso wie in Glee wo sie von Rachel Berry als eines ihrer Idole genannt wird. Auch in Filmen wie In & Out oder Fear and Loathing in Las Vegas wird Streisand erwähnt.

Im Musikvideo zu dem Lied Barbra Streisand der Band Duck Sauce wird ihre Person von einer Schauspielerin dargestellt.

Ebenfalls auf Barbra Streisand zurückzuführen ist die Benennung des Streisand-Effekts, mit dem das gelegentlich auftretende mediale Phänomen beschrieben wird, dass der Versuch der Unterdrückung einer Information diese einem größeren Publikum erst bekannt macht.

Filmografie

Kinofilme

  • 1968: Funny Girl
  • 1969: Hello, Dolly!
  • 1970: An einem Sonntag ohne Wolken (On a Clear Day You Can See Forever)
  • 1970: Die Eule und das Kätzchen (The Owl And The Pussycat)
  • 1972: Is’ was, Doc? (What’s Up, Doc?)
  • 1972: Sandkastenspiele (Up the Sandbox)
  • 1973: So wie wir waren (The Way We Were/Cherie Bitter)
  • 1974: Bei mir liegst du richtig (For Pete’s Sake)
  • 1975: Funny Lady
  • 1976: A Star Is Born (auch Musik)
  • 1979: Was, du willst nicht? (The Main Event, auch Produktion)
  • 1981: Jede Nacht zählt (All Night Long)
  • 1983: Yentl (auch Regie, Drehbuch und Produktion)
  • 1987: Nuts… Durchgedreht (Nuts, auch Produktion und Musik)
  • 1991: Herr der Gezeiten (The Prince of Tides, auch Regie und Produktion)
  • 1996: Liebe hat zwei Gesichter (The Mirror Has Two Faces, auch Regie, Produktion und Musik)
  • 2004: Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich (Meet the Fockers)
  • 2010: Meine Frau, unsere Kinder und ich (Little Fockers)

Fernsehspecials

  • 1965: My Name Is Barbra
  • 1966: Color Me Barbra
  • 1967: The Belle of 14th Street
  • 1968: A Happening in Central Park
  • 1973: Barbra Streisand… and Other Musical Instruments
  • 1975: Funny Girl to Funny Lady
  • 1976: Barbra: With One More Look at You
  • 1983: A Film Is Born: The Making of ‘Yentl’
  • 1986: Putting It Together: The Making of The Broadway Album
  • 1987: One Voice
  • 1994: Barbra Streisand: The Concert
  • 2001: Barbra Streisand: Timeless
  • 2009: Streisand: Live in Concert
  • 2009: Friday Night with Streisand and Ross