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ELECTRIC LIGHT ORCHESTRA…..

ELO

Das Electric Light Orchestra (kurz: ELO) war eine britische Rockband der 1970er und 1980er, die ihre Musik mit klassischen Streicher-Arrangements verband.

 

Bandgeschichte

Die Anfänge und Experimentierphase (1970–1973)

Das Electric Light Orchestra wurde 1970 in Birmingham von Roy Wood, Jeff Lynne und Bev Bevan gegründet (alle vormals Mitglieder der Band The Move). Das selbstgesteckte Ziel war, dort weiterzumachen, wo die Beatles mit I Am The Walrus aufgehört hatten. Man verband also Rockmusik mit avantgardistisch-klassischer Musik. Zum Einsatz kamen auch für das Genre eher untypische Instrumente (Cello, Geige, Oboe).

Roy Wood verließ die Band 1972, kurz nach Erscheinen des ersten Albums und gründete Wizzard. Daraufhin übernahm Jeff Lynne die Leitung, Richard Tandy (der vorher auf Tour bereits am Bass aushalf) wurde der neue Keyboarder. Bereits die erste Singleauskopplung 10538 Overture erreichte die britischen Top 10.

1973 wurde ELO II veröffentlicht, aus dem auch ihr erster Top-50-Hit in den USA Roll over Beethoven (Platz 42 der US-Single-Charts; eine Chuck-Berry-Coverversion) stammt. In England erreichte der Song Platz 6. Im gleichen Jahr folgte On The Third Day mit der Top 20 Single Showdown.

In diesen und den nachfolgenden Jahren war die Struktur der Band so aufgebaut, dass Jeff Lynne und Bev Bevan je zur Hälfte die Band, deren Namen sowie alle Einkünfte gehörten. Alle anderen Musiker waren bezahlte Angestellte, die nach Belieben gehen konnten oder auch gefeuert wurden. Sämtliche Lieder wurden von Jeff Lynne komponiert und produziert. Die Streicherarrangements wurden meist von Louis Clark durchgeführt.

Künstlerischer Zenit mit orchestraler Rockmusik (1974–1978)

1974 wurde das nächste Studioalbum Eldorado veröffentlicht, das mit Can’t Get It Out Of My Head den ersten Top-10-Hit in Nordamerika enthielt. Das Album grenzte sich von seinen Vorgängern deutlich ab, indem es deutlich weniger experimentelle Musik beinhaltete und viel stärker auf eingängige Melodien setzte. Dem Album kamen außerdem die in dieser Zeit gemachten Fortschritte der Aufnahmetechnik zugute. Vom doch teilweise „rumpelnden“ Sound der Vorgänger war fast nichts mehr zu hören. Mit Verkaufszahlen von über 500.000 erhielt Eldorado als erstes ELO-Album Gold in den USA.

Bassist und Sänger Kelly Groucutt stieß 1974 zur Band. 1975 wurde Face the Music veröffentlicht. Die erste Single Evil Woman erreichte in den USA und England die Top 10. Mit diesem und den nachfolgenden Alben sowie den daraus veröffentlichten Singles ging ELO den im Vorjahr eingeschlagenen Weg konsequent weiter, indem man verstärkt auf „radiotaugliche“ Rockmusik mit orchestralem Hintergrund setzte. 1976 kam das Album A New World Record in die Läden, das dank vier Single Auskopplungen mehrfach Platin-Status erreichte . Wieder ein Jahr später wurde das Doppelalbum Out of the Blue veröffentlicht. Die Band ging danach auf Welttournee.

Weltweite Erfolge mit zeitgenössischer Popmusik (1979–1982)

Im Jahre 1979 konzentrierte sich Lynne mit dem Album Discovery verstärkt auf den stärker werdenden Disco-Sound (er selber sprach es einst „disco very“ aus). Dieses Album brachte ihren größten Hit Don’t Bring Me Down hervor. Kurz nach dem Erscheinen des Albums wurden die beiden Cellospieler Hugh McDowell und Melvyn Gale als „nicht länger benötigt“ entlassen.

Kurz darauf wurde ELO beauftragt, eine Hälfte des Soundtracks für das Musical Xanadu zu schreiben. Die andere Hälfte kam von Olivia Newton-John, die mit Gene Kelly die Hauptrolle spielte. Obwohl der Film selbst ein Flop war, wurde der Soundtrack, insbesondere das Titelstück, ein großer kommerzieller Erfolg.

1981 änderte sich der Sound von ELO erneut, weg vom Disco-Stil hin zum elektronisch geprägten Sound der 1980er Jahre mit dem Album Time, das mit Hold on Tight einen weiteren weltweiten Hit enthielt.

Abflauender Erfolg und vorzeitiges Ende (1983–1986)

Das nächste Studioalbum wurde 1983 veröffentlicht und hieß Secret Messages. Es war ursprünglich als Doppelalbum konzipiert, doch die Plattenfirma strich das Album aus finanziellen Gründen zusammen. Kurz nach diesem Album wurde Kelly Groucutt gefeuert, der daraufhin die Band auf Erfolgsbeteiligung verklagte. Im Gegensatz zu den Vorgängeralben war Secret Messages deutlich weniger erfolgreich. Das lag auch daran, dass es Jeff Lynne nicht mehr gelang, dem Album neue künstlerische Impulse zu geben. Besonders deutlich wurde das bei den veröffentlichen Singles. Rock’n’Roll is King war Hold on Tight sehr ähnlich, Secret Messages erinnerte an Twilight und Four Little Diamonds hatte eindeutig Don’t Bring Me Down als Vorbild.

Erst drei Jahre später veröffentlichte die Band 1986 ihr Album Balance of Power. Dessen Verkaufszahlen waren trotz des passablen Hits Calling America nicht mehr ansatzweise mit denen der erfolgreichsten Alben vergleichbar. Nicht zuletzt deswegen löste Jeff Lynne ELO im Folgejahr auf.

Jeff Lynnes Produzententätigkeit

Jeff Lynne war – neben seiner Tätigkeit bei den Traveling Wilburys – auch noch als Produzent für viele andere Künstler aktiv. So produzierte er etwa Mitte der neunziger Jahre die „neuen“ Beatles-Stücke Free as a Bird und Real Love und arbeitete u. a. für George Harrison (Cloud Nine und Brainwashed), Tom Petty (Full Moon Fever, Into the Great Wide Open und Highway Companion), Roy Orbison (Mystery Girl und King of Hearts), Paul McCartney (Flaming Pie) und Joe Cocker (Night Calls). Als bisher letztes Projekt arbeitete Lynne als Produzent an Regina Spektors Album Far mit, das Mitte 2009 erschien, in Deutschland aber weitgehend unbeachtet blieb.

Electric Light Orchestra Part II

Nach einem längeren Rechtsstreit formierte ELO-Schlagzeuger Bev Bevan 1990/1991 ohne Jeff Lynne ELO Part II. An diesem Projekt sollten zunächst der spätere Asia-Sänger John Payne und der Komponist Jim Steinman mitwirken. Doch nach den ersten gerichtlichen Problemen durch die Interventionen Jeff Lynnes verließen die beiden die Band um Bevan. Eine der wenigen Singles jener Zeit war Honest Man, mit der sie an frühere Zeiten anknüpfen wollten.

ELO-Comeback im Jahr 2001

Das Comeback von Jeff Lynne mit ELO begann 2001 mit dem Album Zoom. Zoom hatte im Gegensatz zu den ELO-Alben der 80er-Jahre wieder einen natürlicheren Sound. Viele Fans kritisierten aber, dass Zoom eher ein Jeff-Lynne-Soloprojekt sei (Lynne spielte das Album fast komplett selbst ein). Zoom wurde, gemessen an den Verkaufszahlen, kein großer Erfolg. Das frühere Mitglied Richard Tandy kehrte in dieser Zeit in die Band zurück, um mit weiteren, komplett neuen Bandmitgliedern auf Tour zu gehen. Letztendlich kam es nur zu zwei Konzerten zu Werbezwecken, weil der Kartenverkauf zu schlecht lief.

Tod von Mike Edwards

Am 7. September 2010 starb der Cellist der Band, Mike Edwards, bei einem tragischen Autounfall. Der Sänger war mit dem Auto im britischen Devon auf der Heimfahrt, als er von einem 600 Kilogramm schweren Heuballen getroffen wurde, der einen Hang hinunter gerollt war. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

ELO-Verwertung

Im Intro der erfolgreichen japanischen TV-Serie Densha Otoko wurde der ELO-Titel Twilight verwendet. Ihr Song Showdown wurde als Soundtrack des Videospiels Skate 2 (2008 erschienen) verwendet.

Diskografie

Hauptartikel: Electric Light Orchestra/Diskografie

Studioalben

Jahr Titel Chartplatzierungen
DE AT CH UK US
1971 The Electric Light Orchestra / No Answer 32
(4 Wo.)
196
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Dezember 1971
1973 ELO 2 / Electric Light Orchestra II 35
(1 Wo.)
62
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Februar 1973
1973 On the Third Day 52
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: November 1973
1974 Eldorado, a Symphony 16
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1974
Verkäufe: + 500.000
1975 Face the Music 8
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: September 1975
Verkäufe: + 500.000
1976 A New World Record 7
(36 Wo.)
9
(16 Wo.)
6
(99 Wo.)
5
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. September 1976
Verkäufe: + 1.300.000
1977 Out of the Blue 6
(80 Wo.)
4
(111 Wo.)
4
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Oktober 1977
Verkäufe: + 1.550.000
1979 Discovery 7
(73 Wo.)
3
(60 Wo.)
1
(45 Wo.)
5
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Mai 1979
Verkäufe: + 2.550.000
1980 Xanadu 1
(30 Wo.)
1
(24 Wo.)
2
(17 Wo.)
4
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: August 1980
Verkäufe: + 2.350.000
(mit Olivia Newton-John)
1981 Time 1
(41 Wo.)
2
(16 Wo.)
1
(32 Wo.)
16
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Juli 1981
Verkäufe: + 1.050.000
1983 Secret Messages 6
(17 Wo.)
11
(8 Wo.)
4
(15 Wo.)
36
(… Wo.)
Erstveröffentlichung: Juni 1983
Verkäufe: + 100.000
1986 Balance of Power 18
(17 Wo.)
29
(2 Wo.)
10
(10 Wo.)
9
(12 Wo.)
49
(15 Wo.)
Erstveröffentlichung: Januar 1986
Verkäufe: + 60.000
1990 Electric Light Orchestra Part Two 22
(5 Wo.)
34
(4 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1990
1994 Moment of Truth Erstveröffentlichung: 1. Oktober 1994
2001 Zoom 16
(8 Wo.)
51
(3 Wo.)
26
(10 Wo.)
34
(2 Wo.)
94
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 12. Juni 2001

Black Sabbath….

Black Sabbath

Black Sabbath ist eine englische Heavy-Metal-Band aus Aston, die als Mitbegründer dieses Genres und als prägende Größe des Hard Rocks der frühen 70er Jahre gilt. Der Band wird ein maßgeblicher Einfluss auf die Entwicklung der Rock- und Metal-Musik der folgenden Jahrzehnte zugesprochen, ebenso auf die Entstehung des Subgenres Doom Metal und über ihre manchmal diabolischen Inhalte indirekt auf den Black Metal.

 

Geschichte

Entwicklung bis 1972

Im August 1968 spielten die Schulfreunde Ozzy Osbourne, Tony Iommi, Geezer Butler, Bill Ward sowie zwei weitere Musiker aus Birmingham in der Polka Tulk Blues Band, abgekürzt auch Polka Tulk. Als die zwei anderen Bandmitglieder die Gruppe verließen, benannte sich die Gruppe in Earth um. Die Musik war in dieser Zeit besonders von Blues und Jazz dominiert. 1968 und 1969 trat die Band im Vorprogramm von Ten Years After, John Mayall & the Bluesbreakers und Van der Graaf Generator auf und ging auf Tour durch Dänemark und Deutschland. Sie spielte auch mehrfach im Hamburger Star-Club.

Im Dezember 1968 trat Iommi kurzzeitig mit auf, kehrte aber zur Band zurück. Da bereits eine andere Band namens Earth existierte, entschied man sich für eine weitere Änderung, um Verwechslungen zu vermeiden. Den neuen Namen Black Sabbath adoptierte die Band von einem von Butler geschriebenen Lied, das er nicht (wie in der angegebenen Quelle behauptet) nach einem Roman des britischen Autors Dennis Wheatley benannt hatte. Tatsächlich gibt es keinen Roman namens Black Sabbath von Dennis Wheatley, sondern das Lied Black Sabbath wurde von den okkulten Werken des Autors insgesamt inspiriert.

Mit dem Namenswechsel ging auch ein Stilwechsel einher. Nach eigenen Angaben habe man gegenüber einem Horrorkino geprobt, als Iommi die Idee gekommen sei, dass man auch Musik machen könne, bei der sich die Zuhörer fürchten. Das in nur zwölf Stunden aufgenommene Debüt Black Sabbath besitzt Sessioncharakter und Bluesrockreferenzen wie etwa lange Gitarrensoli und ineinander übergehende Stücke. Die Platte erschien in zwei Versionen: Das auf der europäischen Version enthaltene Evil Woman wurde auf der amerikanischen und japanischen Version durch Wicked World ersetzt. Das Album erreichte in Großbritannien die Top 10 und hielt sich in den USA länger als ein Jahr in den Charts. Dort wurde eine Million Exemplare verkauft.

Die zweite LP Paranoid repräsentiert den typischen Sabbath-Stil, der bis heute großen Einfluss auf Rockbands ausübt. In den meisten Stücken dieser Zeit kombinieren Black Sabbath einfache Riffstrukturen mit virtuosen Variationen von Bass und Gitarre und eingängigen Gesangslinien. Sänger Osbourne verzichtet ganz auf zu dieser Zeit bei Rockbands beliebte Bluesrockelemente. Sein klanglich eintöniger aber melodiöser und ekstatischer Gesang besitzt einen hohen Wiedererkennungswert. Mit Paranoid, dem Titelstück der gleichnamigen LP, gelangte Black Sabbath weltweit in die Single-Charts. Das Album sollte ursprünglich War Pigs heißen, man entschied sich letztlich aber für Paranoid, einen Titel, der ironischerweise erst gegen Ende der Paranoid-Sessions eilig aufgenommen wurde, um die Platte zu füllen. Paranoid wurde schließlich zum größten Hit der Band und erreichte Platz eins in Großbritannien. In den USA wurde das Album vier Millionen Mal verkauft.

Höhepunkt und Niedergang (1972–1978)

Die Alben Master of Reality, Volume 4 und Sabbath Bloody Sabbath erreichten ebenfalls alle die Top 10 in Großbritannien. Sabbath Bloody Sabbath, Sabotage und Technical Ecstasy führten den klassischen Stil weiter in einen künstlerisch ausgefeilteren Bereich. Zu den bekannten Stilmitteln kamen Keyboard, Synthesizer und Blasinstrumente. Die Bluesrockwurzeln verschwanden dabei immer mehr. Als die Plattenfirma immer weniger Geld für Promotion springen ließ, fühlten sich Sabbath sabotiert, worauf sie, als kleinen Seitenhieb, ihr sechstes Studioalbum Sabotage nannten. Doch auch mit dieser Platte wurden die erwarteten Verkaufszahlen nicht erreicht. Dessen ungeachtet zählt auch dieses Album heute noch als Klassiker.

Im Oktober 1977 verließ Osbourne die Band. Als Ersatz trat der ehemalige Sänger der Bands Savoy Brown und Fleetwood Mac, Dave Walker der Band bei und wirkte bei einigen Konzerten, nicht jedoch bei Albumaufnahmen mit. Nach nur drei Monaten kehrte Osbourne jedoch zurück und nahm mit der Band das Album Never Say Die! auf. Im Januar 1979, als Black Sabbath in Los Angeles vergeblich versuchten, ein neues Album aufzunehmen, wurde er dann von der Band entlassen. Dennoch spielte er auf seinen Konzerten stets auch mehrere Lieder der Gruppe, zumeist Paranoid, War Pigs und Sweet Leaf.

Nach Osbournes Ausstieg

In der Folgezeit trat Black Sabbath unter der Führung des Gitarristen Tony Iommi mit verschiedenen Sängern, Bassisten und Schlagzeugern weiter auf. Der Keyboarder Geoff Nicholls hatte vorher bei der Band Quartz Gitarre gespielt und wechselte zunächst nur als Studiomusiker und Gast zu Black Sabbath. Obwohl er nicht auf allen folgenden Alben der Band genannt wird, war er doch an allen als Musiker und Komponist beteiligt. In einigen Phasen wurde er sogar dazu gebracht, seinen Part bei Konzerten hinter der Bühne zu spielen, da er wahrscheinlich aus Imagegründen nicht als vollwertiges Bandmitglied gelten sollte.

Auf der Tour zu Heaven and Hell (1980) popularisierte der Sänger Ronnie James Dio, der die Nachfolge von Osbourne angetreten hatte, die mano cornuta, das Handzeichen, das sich zu einem der Identifikationsmerkmale der Metal-Szene entwickelte. Während dieser Tour verließ der Schlagzeuger Bill Ward die Band, da seine Eltern kurz hintereinander verstorben waren und er mit Alkoholproblemen zu kämpfen hatte. Er wurde durch Vinny Appice ersetzt, der auch das zweite Album mit Dio, Mob Rules, mit einspielte. 1982 wurde noch das Live Album Live Evil veröffentlicht, allerdings kam es zu immer größeren Spannungen zwischen der Band, die sich in zwei Lager (bestehend aus Geezer Butler/Tony Iommi und Ronnie James Dio/Vinny Appice) aufgeteilt hatte. Ein Weiterarbeiten war so nicht mehr möglich und die Band trennte sich von Dio und Appice.

Als neuen Sänger nahm man den ehemaligen Deep Purple-Frontmann, Ian Gillan, auf. In dieser Zeit veröffentlichte man das Album Born Again, für das auch Schlagzeuger Bill Ward in die Band zurückkehrte. Allerdings konnte er wegen seiner Alkoholprobleme die anschließende Tour nicht absolvieren und wurde durch den ehemaligen Electric Light Orchestra-Schlagzeuger Bev Bevan ersetzt. Das Album wurde von Kritikern schlecht beurteilt, da Gillans eher am Blues orientierter Gesang nicht zur Band passe, kam aber bis auf Platz 4 der englischen und Platz 39 der US-Charts. Diese Besetzung zerbrach wieder, als Gillan wegen der Wiedervereinigung von Deep Purple im Jahr 1984 ausstieg.

1986 folgte als neuer Sänger Glenn Hughes, mit dem das Album Seventh Star aufgenommen wurde, das ursprünglich als Soloalbum von Iommi geplant war. Auf Druck des Plattenlabels wurde es unter dem Namen Black Sabbath veröffentlicht. Am Bass war Dave Spitz und am Schlagzeug der spätere Kiss-Schlagzeuger Eric Singer. Dem Album war kein großer Erfolg beschert. In Großbritannien erreichte es nur Platz 27 in den Charts. Danach gab es wieder mehrere Besetzungswechsel. Sänger Glenn Hughes wurde durch Ray Gillen ersetzt, ebenso wie Bev Bevan in die Band zurückkehrte. Zudem wurde Keyboarder Geoff Nicholls zum offiziellen Bandmitglied.

Während der Aufnahmen für das nächste Album, The Eternal Idol, wurde Bassist Spitz entlassen und durch Bob Daisley ersetzt. Nachdem die Aufnahmen abgeschlossen waren, verließ Ray Gillen die Band und wurde durch den Sänger Tony Martin ersetzt, der den Gesang noch einmal neu aufnahm. Das Album wurde nicht zum kommerziellen Erfolg: Es erreichte nur Platz 66 in den englischen Hitparade und blieb dort nur für eine Woche. Auch die anschließende Tour mit Terry Chimes am Schlagzeug und Jo Burt am Bass war kaum erfolgreich.

Für das Album Headless Cross spielte Laurence Cottle die Basslinien ein; zudem übernahm Cozy Powell das Schlagzeug. Als besonderen Gast konnte man Brian May für die Aufnahmesession gewinnen, er spielte Gitarre bei dem Lied When Death Calls. Das Album war erfolgreicher als The Eternal Idol und erreichte Position 31 der britischen Charts.

Neuer Aufstieg

Cozy Powell brachte nun den Bassisten Neil Murray in die Band ein. In dieser Besetzung konnte die Band im Jahr 1990 mit dem Album Tyr erneut einen Erfolg verbuchen. Thematisch beschäftigt sich dieses nach dem germanischen Kriegsgott benannte Album mit der nordischen Mythologie.

Trotz dieses Erfolges entließ Iommi im Anschluss Martin, Murray, Powell und Nicholls, um den Weg für eine Wiedervereinigung mit den ehemaligen Mitgliedern Ronnie James Dio und Vinny Appice sowie dem Gründungsmitglied Geezer Butler zu ebnen. In dieser Besetzung nahm die Band 1992 das Album Dehumanizer auf, das sich stark am Black Sabbath-Stil der 70er Jahre orientierte. Während der Aufnahmen kam es zu Unstimmigkeiten in der Band und Dio dachte darüber nach, Black Sabbath wieder zu verlassen. Die Single-Auskopplung TV Crimes wurde in Großbritannien ein Top-30-Hit und das Album erreichte die Top-40. Zu diesem Zeitpunkt befand sich Ozzy Osbourne auf seiner ersten Abschiedstour. Für die beiden letzten Konzerte in Costa Mesa, Kalifornien, wollte er gemeinsam mit seinen ehemaligen Kollegen von Black Sabbath auftreten. Verträge wurden ausgehandelt, allerdings weigerte sich Dio aus persönlichen Gründen, die Bühne mit Ozzy zu teilen. Dio verließ die Band daraufhin.

Iommi setzte die Arbeit mit Butler, dem zurückgekehrten Tony Martin und dem Schlagzeuger Bobby Rondinelli fort. Diese neue Besetzung nahm das Album Cross Purposes (1994) und das darauffolgende Live-Album Cross Purposes Live (1995) auf. Im Anschluss daran kündigten Butler und Rondinelli und wurden erneut von Murray und Powell ersetzt. Zusätzlich nahm Iommi Geoff Nichols wieder auf, womit die Besetzung des Tyr-Albums wieder hergestellt war. 1995 nahm die Band ihr bislang letztes Studioalbum Forbidden auf. Als Gastmusiker trat hier der Rapper Ice-T im Stück The Illusion of Power auf. Allerdings erfolgte direkt nach den Aufnahmen erneut ein Wechsel: Powell verließ die Band, während Rondinelli wieder einstieg.

Wiedervereinigung

Für die Ozzfest-Tour 1997 konnte Iommi schließlich die ursprüngliche Besetzung von Black Sabbath mit Ausnahme von Bill Ward (stattdessen spielte Mike Bordin Schlagzeug) wiedervereinigen. Aber als Black Sabbath mit Iommi, Osbourne und Butler auch in England spielen wollten, wurde auch Ward überzeugt, wieder mitzumachen. So spielte Black Sabbath 1997 die ersten beiden Konzerte nach ihrer Wiedervereinigung in ihrer Heimatstadt Birmingham im National Exhibition Stadion. Aus diesen Konzerten entstand das Live-Album Reunion, das im darauf folgenden Jahr veröffentlicht wurde. Das Material bestand zu einem großen Teil aus Stücken der frühen Geschichte wie Paranoid, Black Sabbath oder War Pigs, enthielt aber auch Studioaufnahmen von zwei neuen Liedern, Selling My Soul und Psycho Man, die beide von Osbourne und Iommi geschrieben worden waren. Das Album war insbesondere in den USA erfolgreich, wo es Platz 11 der Charts erreichte und Platin-Status erlangte. Für die Aufarbeitung von Iron Man erhielt die Band 2000 den Grammy Award for Best Metal Performance.

Im Jahr 2005 erfolgte eine weitere Tournee der Original-Besetzung. Dabei beschränkte sich die Band bei ihren Auftritten auf Lieder von den ersten fünf Studio-Alben. Im November desselben Jahres wurden Black Sabbath in die UK Music Hall of Fame, 2006 dann in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

2007 erschien die Compilation The Dio Years, welche die Höhepunkte der Schaffensperiode von Black Sabbath mit Ronnie James Dio am Gesang abdeckt. Mit den Titeln The Devil Cried, Shadow of the Wind und Ear in the Wall befinden sich 3 für das Best-of aufgenommene Studiotitel auf der CD.

Ronnie James Dio, Tony Iommi, Geezer Butler und Vinny Appice (die Besetzung der Alben Mob Rules von 1981 und Dehumanizer von 1992) waren im Jahr 2007 unter dem Namen Heaven and Hell auf Tournee. Gespielt wurden ausschließlich Lieder der drei Alben der Dio-Ära und des neuen Best-of-Albums. Im Jahr 2009 erschien in dieser Besetzung ein neues Studioalbum namens The Devil You Know und die Band ging erneut auf Welttournee. Diese Tour konnte nicht beendet werden, da Ronnie James Dio an Magenkrebs erkrankte.

Am 16. August 2011 wurde das Gerücht verbreitet, dass die Originalbesetzung für eine Wiedervereinigung zurückgekehrt ist. Obwohl Tony Iommi dies auf seiner Internetpräsenz dementierte, gab er nur einen Tag später ein Statement ab, dass eine Wiedervereinigung nicht hundertprozentig ausschloss. Für den 11. November 2011 wurde eine wichtige Nachricht angekündigt, die dann in Form einer Videobotschaft auf YouTube gelüftet wurde: Die Urbesetzung hatte ihre Wiedervereinigung für lange Zeit verschwiegen und plante für 2012 ein neues Studioalbum und eine Welt-Tournee.

Anfang 2012 wurde jedoch die Krebserkrankung von Tony Iommi bekannt, worauf die Tournee vorerst verschoben wurde. Um die Fans nicht zu enttäuschen, sollten stattdessen „Ozzy & Friends“ (u.a. mit Zakk Wylde und Slash) auftreten. Für die Konzerte, bei denen auch Sabbath-Bassist Geezer Butler spielen sollte, war auch ein Black-Sabbath-Set angekündigt. Im Februar 2012 vermeldete zudem Schlagzeuger Bill Ward seinen Ausstieg. Über die Gründe veröffentlichte er eine Stellungnahme auf seiner Homepage. Drei Konzerte fanden 2012 dennoch statt: ein Konzert in der Heimatstadt Birmingham am 19.Mai, eines auf dem Download-Festival in Donington Park, das dritte auf in den USA bei Lollapalooza. Bei diesen Auftritten saß Tommy Clufetos am Schlagzeug. Danach begab sich die Band erneut ins Studio.