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Ray Charles

Ray Charles

Ray Charles (* 23. September 1930 als Raymond Charles Robinson in Albany, Georgia; † 10. Juni 2004 in Beverly Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Musiker, dessen Karriere mehr als 50 Jahre dauerte. Sein Einfluss war stilprägend für die Entwicklung von Rhythm and Blues, Blues, Country und Soul. Insgesamt hat er ca. 90 Millionen Tonträger verkauft.

 

Ray Charles Robinson, der zur Zeit der Rassentrennung in Armut aufwuchs, erblindete im Alter von sieben Jahren an einem Glaukom. Neun Monate zuvor musste er mit ansehen, wie sein Bruder in einem Waschzuber ertrank. In einem Hinterhof in der Nähe seiner Wohnsiedlung erlernte er das Klavierspiel. Er besuchte die St.-Augustine-Schule für Gehörlose und Blinde. Seine Mutter, die ihn alleine großgezogen hatte, starb im Mai 1945, als Ray Charles 14 Jahre alt war.

Karriere

Ray Charles begann als Musiker in Florida und zog 1947 nach Seattle. Dort nahm er im November 1948 als Mitglied des Maxin Trios mit Gosady D. McKee, Gitarre und Milton S. Garred, Bass seine ersten Schallplatten auf. Die erste Single Confession Blues / I Love You I Love You erschien im Februar 1949 bei dem kleinen Label Down Beat Records in Los Angeles. Der Titel erzielte mit Platz 2 der Rhythm & Blues-Hitparade einen beachtlichen Erstlingserfolg. Seine frühen Aufnahmen gehörten zum Rhythm & Blues und adaptierten Charles Brown oder Nat King Cole. Im selben Jahr wurde die Band in Ray Charles Trio umbenannt, Mitglieder waren außer ihm (Gesang/Piano) nun Gosady McKee (Gitarre), Mitchell „Tiny“ Webb (Gitarre) und Ralph Hamilton (Bass). Mittlerweile hatte sich Down Beat Records in SwingTime Records umbenannt, wo die Single How Long Blues/Blues Before Sunrise (#178) noch im Jahr 1949 veröffentlicht wurde. Nach insgesamt sechs Singles hatte Charles ein größeres Orchester um sich versammelt, bestehend aus Teddy Buckner (Trompete), Marshall Royal (Altsaxophon), Jack McVea (Tenorsaxophon), Charles Waller (Baritonsaxophon), Louis Speiginer (Gitarre), Billy Hadnott (Bass) und Clifton „Rudy“ Pitts (Schlagzeug). Unter dem Namen Ray Charles Orchestra entstanden am 25. Mai 1950 vier Aufnahmen, die auf zwei SwingTime-Singles verteilt wurden. Bei jenem Label blieb er bis September 1952 und wurde für eine Ablösesumme von $ 5000 vom großen Rhythm & Blues-Label Atlantic Records unter Vertrag genommen.

Erst bei Atlantic Records (1952–1959) wurde seine Musik in mehrfacher Hinsicht (Gesang, Instrumentalstil, Komposition, Arrangement) unverwechselbar, da er Gospel- und Jazzeinflüsse betonte. Mit der Verbindung von Rhythm & Blues und Gospel wurde Charles zu einem der wichtigsten Wegbereiter und Musiker des Soul, unterstützt durch seinen Produzenten Jerry Wexler. Sein erster Erfolg war Mess Around, das auf C. C. Davenports Cow Cow Blues zurückgeht und dessen Text auf dem Boogie-Klassiker Pinetop’s Boogie Woogie (1929) von Clarence Smith basiert. Es dauerte bis zum 17. Mai 1953, dass aus sieben Titeln dieser Aufnahmesession It Should Have Been Me ausgewählt wurde, das den fünften Rang der R&B-Charts erreichte. Mit seiner sechsten Atlantic-Single I’ve Got a Woman, aufgenommen am 18. November 1954 in Atlanta, gelang ihm sein erster Nummer-eins-Hit in den R&B-Charts. Die Top-Platzierung schaffte er noch dreimal, wobei die am 27. Juni 1959 veröffentlichte Single What’d I Say zu seinem größten Hit bei Atlantic Records wurde. Nach insgesamt 28 Singles, von denen 13 die Top-10 der R&B-Charts erreichten, wechselte Ray Charles am 1. November 1959 zu ABC-Paramount.

Während Charles die Hitparaden stürmte, verfiel er dem Heroin, das seine Karriere mehrmals an einen kritischen Punkt brachte. 1965 wurde er wegen Heroinbesitzes zu fünf Jahren Gefängnis auf Bewährung verurteilt, woraufhin er einen Entzug machte. Ende der 1970er Jahre unterzog sich Ray Charles noch einmal einer Entziehungskur und lebte ab dann ohne Drogen.

Beim neuen Label ABC-Paramount feierte er unter dem Produzenten Sid Feller auch kommerzielle Erfolge. Mit Georgia on My Mind (veröffentlicht am 19. August 1960) griff er einen Jazzstandard auf und landete damit den zweiten Millionenseller. Erstmals konnte er sogar die Spitzenposition auch in den Pop-Charts belegen. Die Blues-intensiven Sounds bei Atlantic Records waren bei ABC Records von Geigen untermalten Pop-Arrangements gewichen. Jene Popmusikelemente flossen auch in den Titel Hit the Road, Jack ein, der am 21. August 1961 auf den Markt kam und ebenfalls über eine Million Exemplare umsetzte. Sein größter Hit erschien am 23. April 1962 mit I Can’t Stop Loving You, einem Country-Klassiker, der über zwei Millionen Mal verkauft wurde. Als Hintergrundchor diente weiterhin die Girlgroup The Raelettes, die seine Karriere bis in die 70er Jahre begleitete.

Der zuletzt genannte Titel stammte aus dem im April 1962 veröffentlichten epochalen, in über 500.000 Exemplaren abgesetzten Album Modern Sounds in Country and Western Music. Aus diesem wurden zudem Born to Lose, You Don’t Know Me und Careless Love ausgekoppelt. Danach folgten Hits wie Crying Time, Busted und Take These Chains From My Heart. 1966 produzierte er Lets Go Get Stoned von Ashford & Simpson. Einen weiteren Erfolg hatte er mit seiner Version von America the Beautiful im Juni 1972.

Ray Charles hatte auch zahlreiche Duettpartner. So sang er unter anderem mit George Jones, Hank Williams Jr., Johnny Cash, Willie Nelson und Merle Haggard. Auch wenn seine Chart-Erfolge schwanden, war die Begeisterung über seine intensiven Live-Auftritte ungebrochen. Der auch finanziell erfolgreichste schwarze Entertainer seiner Generation wird von zahlreichen Musikern als wichtige Einflussquelle genannt.

Privatleben und Tod

Charles war zweimal verheiratet: zunächst mit Eileen Williams (1951–1952), später mit Della Beatrice Howard (1955–1977), mit der er drei Kinder hatte. Außerdem hatte er einige Beziehungen neben und nach seinen Ehen, aus denen weitere neun Kinder hervorgingen.  Seine Langzeitfreundin bis zum Zeitpunkt seines Todes war Norma Pinella.

Ray Charles’ Kinder:

  • Evelyn Robinson (Tochter von Louise Mitchell)
  • Ray Charles Robinson, Jr. (Sohn von Della Robinson)
  • David Robinson (Sohn von Della Robinson)
  • Charles Wayne Hendricks (Sohn von Margie Hendrix — eine der Raelettes)
  • Reverend Robert Robinson (Sohn von Della Robinson)
  • Raenee Robinson (Tochter von Mae Mosely Lyles)
  • Sheila Robinson (Tochter von Sandra Jean Betts)
  • Reatha Butler
  • Alexandria Bertrand (Tochter von Chantelle Bertrand)
  • Jean Bettincent Kotchounian (Sohn von Arlette Kotchounian — arbeitete mit ihm als Fotograf am Album Would You Believe)
  • Robyn Moffett (Tochter von Gloria Moffett)
  • Ryan Corey Robinson den Bok (Sohn von Mary Anne den Bok)

Ray Charles starb am 10. Juni 2004 im Alter von 73 Jahren an Leberkrebs. Er wurde auf dem Inglewood Park Cemetery im Los Angeles County beigesetzt.

Auszeichnungen

Ray Charles zählt zur Rock and Roll Hall of Fame und ist Mitglied der Blues Hall of Fame, der Songwriters Hall of Fame, der Grammy Hall of Fame, der Jazz Hall of Fame, der Georgia Music Hall of Fame und der Florida Artists Hall of Fame. 1998 erhielt er den begehrten Polar Music Prize. Nach seinem Tod wurde ihm 2005 die Grammy-Award-Show gewidmet. „The Spirit of Christmas“ wurde in die Wireliste The Wire’s “100 Records That Set The World On Fire (While No One Was Listening)” aufgenommen.

Ray Charles in Film, Musik und Fernsehen

Charles’ erste Lebenshälfte wurde 2004 unter dem Titel Ray verfilmt. Der Film des Regisseurs Taylor Hackford (Drehbuch: James L. White) schildert Teile der Lebensgeschichte von Ray Charles – beginnend mit seiner Reise nach Seattle bis zur Ernennung zum Ehrenbürger von Georgia und mit Rückblenden in seine Kindheit. Der Hauptdarsteller Jamie Foxx erhielt für seine Darstellung von Ray Charles den Oscar als bester Hauptdarsteller.

Alexis Spraic drehte 2010 eine zweistündige Dokumentation, in der David Duchovny Ray Charles’ America präsentiert.

Des Weiteren erschien 2011 die Single „Ray Charles“ der amerikanischen Band Chiddy Bang und ist eine Hommage an den verstorbenen Sänger.

Charles hatte außerdem Gastauftritte in den Filmen Blues Brothers und Agent 00 – Mit der Lizenz zum Totlachen sowie in den US-Sitcoms Wer ist hier der Boss?, Die Nanny und der Bill Cosby Show. 

 

JOHN LEE HOOKER…..

john lee hooker

John Lee Hooker (* wahrscheinlich am 22. August 1917 in Clarksdale, Mississippi; † 21. Juni 2001 in Los Altos, Kalifornien) war ein einflussreicher US-amerikanischer Bluesmusiker.

Leben

Kindheit und Jugend

John Lee Hooker war eines der elf Kinder von William und Minnie Hooker. Nach deren Trennung heiratete seine Mutter 1923 den Baumwollpflücker William Moore aus Shreveport, Louisiana. William Moore war in seiner Freizeit auch Bluesmusiker. Er bewegte den jungen John Lee dazu, sich neben dem Chorgesang auch für andere Musikrichtungen zu interessieren. In einem Interview sagte Hooker einmal, dass sein Stiefvater ihn zu seinem eigenen, unverwechselbaren Stil gebracht habe. Wie groß sein Einfluss war, lässt sich nicht mehr nachvollziehen, da es von Moore keine Plattenaufnahmen gibt. Zu Hookers Stil gehören auch die Liedtexte, die sich oft sogar dann nicht reimen, wenn der Reim eigentlich fast unvermeidbar ist. In seinem Song I’m in the mood heißt es beispielsweise:

Everytime I see you, baby, walking down the street,
know I get a thrill now, baby, from my head down to my toes
(anstelle von feet)

Schon in jungen Jahren zog Hooker durch die Südstaaten, um mit seiner Musik sein Brot zu verdienen. Während dieser Zeit traf er auch auf die beiden Musiker Tony Hollins und Tommy McClennan. Der Einfluss dieser beiden spiegelte sich zum einen im stampfenden Rhythmus wider, zum anderen auch darin, dass er Songs der beiden spielte. Mit vierzehn Jahren machte John Lee Hooker dann in Memphis, Tennessee Station. Aufgrund seines Alters und seines jugendlichen Erscheinungsbildes hatte es der junge Musiker aber schwer, in die Clubs zu kommen. Und wenn er es einmal schaffte, wurde er von seinen älteren Kollegen in der Regel als störend empfunden. Bis auf seine Bekanntschaft mit dem Gitarristen Robert Nighthawk war die Zeit in Memphis nicht sehr fruchtbar für Hooker, so dass er sich weiter Richtung Norden nach Cincinnati, Ohio aufmachte. Dort schlug er sich ab 1933 mit ein paar Auftritten in Gospelquartetts und Gelegenheitsjobs durch.

Karriere

Im Jahre 1934 heiratete er und zog nach Detroit, Michigan um. Dort hatte er in einem Club in der Hasting Street im Jahr 1937 seinen ersten Auftritt. Nach einigen nicht kommerziellen Aufnahmeversuchen spielte er am 3. September 1948 im United Sound Studio die Titel Boogie Chillen, Sally May (oder Sally Mae), Highway Blues oder Wednesday Evening Blues, insgesamt 10 Titel, ein, allesamt produziert von Bernard Besman. Auf der ersten Single wurden Sally May / Boogie Chillen platziert, veröffentlicht am 3. November 1948 (Modern #627). Die Aufnahmebedingungen waren technisch so einwandfrei, dass man Hookers Hand die Gitarrensaiten berühren hört. Toningenieur bei dem Song mit den typischen Gitarren-Staccatos und dem ungewöhnlichen Fußstampfen war Joe Siracuse; Hooker begleitet sich lediglich auf der Gitarre. Die ersten drei Titel verbrauchten einen großen Teil der für 3 Stunden anberaumten Aufnahmezeit, so dass Boogie Chillen unter Zeitdruck entstand. Boogie Chillen belegte am 19. Februar 1949 für eine Woche den ersten Rang in der Rhythm & Blues-Hitparade und war mit einer Million verkaufter Platten  der erste Erfolg für John Lee Hooker und für das Detroiter Studio. Die zweite Session mit Hooker fand am 18./19. Februar 1949 statt (Weeping Willow Boogie, Hobo Blues und Crawling King Snake). Hookers I’m in the Mood wurde am 7. August 1951 aufgenommen, belegte für 4 Wochen die Topposition und erreichte ebenfalls Millionenseller-Status. Am 22. Mai 1952 entstanden It Hurts me So, I Got Eyes For You, I Got The Key, Bluebird Blues und Key to the Highway. Der Studiotermin vom 18. Oktober 1954 brachte insgesamt 4 Titel hervor (Odds Against Me, Nothin‘ But Trouble, I Need Love so Bad und Don’t Trust Nobody). Es war die letzte Aufnahmesession von Hooker bei United Sound. Von den über 200 Titeln Hookers entstanden die musikhistorisch wichtigsten in den United Sound Studios.

Mit seiner Mischung aus Gesang und Sprache und den ansteckenden Beats traf er den Nerv der farbigen Plattenkäufer dieser Zeit. Hinzu kam seine elektrisch verstärkte Gitarre, mit der er einen neuartigen und richtungsweisenden Sound schuf. Ebenfalls neu waren seine Instrumentalstücke, die er, nur durch das Klacken der Kronkorken unter seinen Schuhsohlen begleitet, auf seiner Gitarre spielte. Hooker spielte in dieser Zeit meistens solo. Ab und zu wurde er von Musikern wie Eddie Burns, Boogie Woogie Red oder Eddie Kirkland begleitet.

In den kommenden Jahren wuchs durch zahlreiche Plattenaufnahmen und Tourneen seine Popularität. Anfang der 1950er-Jahre folgte allerdings ein Karriereknick. Durch Musiker wie beispielsweise B. B. King, die über eine ausgefeiltere Spieltechnik verfügten, wurde er in den Hintergrund gedrängt. Erst Mitte der 1950er konnte er ein Comeback feiern. Mit Jimmy Reed (Gitarre), Eddie Taylor (Mundharmonika), George Washington (Bass) und Tom Whitehead (Schlagzeug) verfügte er über eine starke Begleitband. Als dann gegen Ende der 1950er der Blues zunehmend das Interesse der Studenten und Intellektuellen weckte, rückte John Lee Hooker in den Blickpunkt junger Weißer. Zunächst aber galt das Interesse dieser Kreise mehr einer der ursprünglichsten Spielarten des Blues, dem Country Blues. Das veranlasste zahlreiche Bluesmusiker dazu, zu den Wurzeln ihrer Musik zurückzukehren, unter ihnen auch Hooker. Aus dieser Zeit stammen Plattenaufnahmen wie The Folk Blues of John Lee Hooker und The Folklore of John Lee Hooker.

Anfang der 1960er-Jahre gewann Hooker auch in der Popwelt immer mehr an Beachtung. Im Zuge des Rhythm and Blues-Booms in England schaffte er sogar den Sprung in die Pop-Hitparaden. 1967 landete die umstrittene Band MC 5 mit dem Stück The Motor City is Burning von Hookers Album Urban Blues einen Hit. Das veranlasste Hooker dazu, sich ebenfalls im Rock-Geschäft zu versuchen. Gruppen wie Canned Heat oder Musiker wie Van Morrison waren sehr an der Zusammenarbeit mit ihrem Vorbild interessiert und spielten mit ihm Songs wie etwa The World Today ein.

Gegen Ende der 1970er wurde es still um John Lee Hooker. Er trat zwar noch regelmäßig auf und arbeitete an einigen Filmen mit (unter anderem sah und hörte man ihn im Kultfilm Blues Brothers mit Boogie Chillun und Boom Boom), aber er verschwand fast völlig aus dem Licht der Öffentlichkeit. 1980 wurde er in die Blues Hall of Fame aufgenommen, 2009 sein Song “Boom Boom”.

1989 war er auf dem Album The Iron Man von Pete Townshend zu hören. Dort übernahm er den Part des Iron Man. Um so furioser war dann sein Comeback Ende desselben Jahres mit seinem Album The Healer, bei dem so bekannte Größen wie Bonnie Raitt oder Carlos Santana mitwirkten und für das er einen Grammy erhielt. Fast 40 Wochen hielt sich The Healer allein in den US-Charts. Gekrönt wurde John Lee Hookers Comeback durch einen Grammy, den der inzwischen 72-jährige am 21. Februar 1990 für I’m in the Mood, sein Duett mit Bonnie Raitt, in der Kategorie „beste traditionelle Blues-Aufnahme“ in Empfang nehmen durfte. Eine weitere Ehrung wurde ihm im Oktober des gleichen Jahres zuteil: Im Rahmen eines Blues-Festivals im New Yorker Madison Square Garden spielte eine erlesene Musiker- und Sängerschar, darunter Albert Collins, Joe Cocker, Bo Diddley, Huey Lewis und Little Feat, unter dem Motto „A Tribute To John Lee Hooker“ auf. Wenige Monate später, im Januar 1991, folgte noch eine wichtige Auszeichnung: die Aufnahme in die Rock and Roll Hall of Fame. In seiner Dankesrede sagte er, dass er sich sehr über dieses Geschenk freue, und er versprach dafür seinem Publikum, „bis an sein Lebensende für sie da zu sein und den Blues für sie zu spielen“.

Im folgenden Jahr erschien dann das Album Mr. Lucky in Zusammenarbeit mit Van Morrison, Keith Richards, Johnny Winter und Robert Cray. Aber seine Musik überwand wieder die Grenzen des reinen Blues: so bedienten sich Depeche Mode bei ihrem Hit Personal Jesus eines John-Lee-Hooker-Gitarrenriffs.

John Lee Hooker blieb in Spiellaune, fand aber 1992 „ … den Weg zurück zum ungeschliffenen, authentischen Blues“. Er war inzwischen zum kleinen britischen Point-Blank-Label gewechselt und hatte, diesmal nur mit wenigen Sessionmusikern (Robert Cray, Charlie Musselwhite, Fabulous Thunderbird, Jimmie Vaughan und John Hammond), das Album Boom Boom eingespielt. Der Titelsong ist eine Neuauflage (Remake) seines Hits aus den 1960ern und fand auch in einem Werbespot für eine Blue-Jeans-Marke Verwendung.

1993 spielte er auf dem Album Blues Summit von B.B. King mit, obwohl die beiden Musiker stilistisch meilenweit voneinander entfernt waren. Trotzdem konnte der Manager Kings, Sid Seidenberg, die beiden dazu überreden.

Im Oktober 1997 eröffnete Hooker den Boom Boom Room in San Francisco, einen Blues-, Boogie-, Soul-, Groove- und Funk-Club. John Lee Hooker war nicht der Besitzer des Clubs, er erlaubte lediglich die Verwendung seines Namens für die Dauer von fünf Jahren.

Zu Beginn der 1990er-Jahre sagte John Lee Hooker bei einem Interview mit dem Rolling Stone Magazine, dass er sich in Zukunft etwas mehr Ruhe gönnen möchte. Er wolle keine Platten mehr aufnehmen und keine großen Konzerte mehr geben. Allerdings schränkte er das auch direkt wieder ein:

„Wenn ich aber hier bei mir zu Hause bin, dann kommt oft der Wunsch auf, wieder zu spielen. Dann nehme ich meine Gitarre, gehe zur Busstation und fahre zum nächsten Pub, spiele ein paar Songs und fahre dann wieder“.

John Lee Hooker starb am Donnerstag, 21. Juni 2001 im Schlaf. Noch fünf Tage zuvor hatte er zum letzten Mal auf der Bühne gestanden.

Diskografie (in Klammern: Plattenlabel) mit Aufnahmedatum (Auswahl)

Eine Diskografie von Hookers Lebenswerk ist schwierig, weil er sowohl unter mehreren Pseudonymen (u.a. Texas Slim, Delta John, John Lee Booker) aufgetreten ist als auch für verschiedene Schallplattenfirmen (u.a. Modern, King, Danceland, Regent, Savoy, Vee-Jay) parallel aufgenommen hat. An dieser Stelle werden die musikologisch wichtigsten Titel erwähnt.

Singles

  • Boogie Chillen’ / Sally Mae (Modern #627), 3. September 1948
  • Hobo Blues (3. September 1948) / Hoogie Boogie (19. Februar 1949) (Modern #663)
  • Black Man Blues / Stomp Boogie (als Texas Slim) (King #4283), November 1948
  • Goin’ Mad Blues / Helpless Blues (als Delta John) (Regent #1001), November 1948
  • Weeping Willow Boogie (Juli 1949) / Whistlin’ And Moanin’ Blues (19. Februar 1949) (Modern #668)
  • The Numbers (3. September 1948) / Devil’s Jump (August 1949) (King #4315)
  • Crawlin’ King Snake / Driftin’ From Door To Door (Modern #714), 3. September 1948
  • Huckle Up Baby (27. Februar 1950) / Canal Street Blues (Dezember 1949) (Sensation #26)
  • Heart Trouble Blues / Slim’s Stomp (King #4329), September 1949
  • Wandering Blues / Don’t Go Baby (als Texas Slim) (King #4334), August 1949
  • No Friend Around / Wednesday Evening (Modern #746), Dezember 1949
  • Don’t You Remember Me (März 1950) / Late Last Night (August 1949) (als Texas Slim) (King #4366)
  • Rock’n Roll / Give Me Your Phone Number (Modern #767), 28. April 1950
  • Wandering Blues (Oktober 1950) / John L’s House Rent Boogie (16. November 1950) (Staff #710) (als Johnny Williams and his Guitar)
  • Let Your Daddy Ride (8. Februar 1950) / One More Time (28. April 1950) (Modern #790)
  • Notoriety Woman / Never Satisfied (Regal #3304), 28. April 1950
  • Leave My Wife Alone / Ramblin’ by Myself (Chess #1467), 26. April 1951 (als John Lee Booker)
  • I’m In The Mood / How Can You Do It (Modern #835), 7. August 1951
  • Ground Hog Blues / Louise (Chess #1482) (als John Lee Booker), 26. April 1951
  • Anybody Seen My Baby / Turn Over a New Leaf (Modern #847), 7. August 1951
  • High Priced Woman / Union Station Blues (Chess #1505) (als Johnny Lee Hooker), 26. April 1951
  • It Hurts Me So / I Got My Eye on You (Modern #876), 22. Mai 1952
  • Key to The Highway / Bluebird Blues (Modern #886), 22. Mai 1952
  • It’s Been a Long Time Baby / Rock House Boogie (Modern #897), 3. Dezember 1952
  • Stuttering Blues / Pouring Down Rain (DeLuxe #6032) (als John Lee Booker), August 1953
  • I Wonder Little Darlin’ / Jump Me (Modern #931), 6. Februar 1954
  • I’m Mad / Everybody’s Blues (Specialty #528), 12./13. Mai 1954
  • Dimples / Baby Lee (Vee-Jay #205), 27. März 1956
  • I’m So Excited / I See You When You’re Weak (Vee-Jay #245), 1. März 1957
  • I Love You Honey / You’ve Taken my Woman (Vee-Jay #293), 10. Juni 1958
  • Dusty Road (1. März 1960) / Tupelo (25. Juni 1960) (Vee-Jay #366)
  • I’m Mad Again / I’m Going Upstairs (Vee-Jay #379), 4. Januar 1961
  • Boom Boom / Drugstore Woman (Vee-Jay #438), Dezember 1961
  • Take a Look at Yourself / Frisco Blues (Vee-Jay #493), 28. Januar 1962

LPs (Auswahl, ohne Kompilationen)

  • John Lee Hooker & Canned Heat (LP; Mai 1970),
  • Endlesss Boogie (LP; 10. – 12. November 1970)
  • Never Get Out of These Blues Alive (LP; San Francisco, 28./29. September 1971)
  • Live + Well (LP; Köln, 18. Juni 1976)
  • Jealous (LP; 1986) (Grammy)
  • Baby Lee – John Lee Hooker & Robert Cray (LP; Oktober 1987),
  • I’m In The Mood – John Lee Hooker & Bonnie Raitt (LP; April 1988),
  • The Healer – John Lee Hooker & Carlos Santana (LP; zwischen 2. Januar 1987 und Mai 1988) (Grammy)
  • Mr. Lucky – John Lee Hooker & Robert Cray (LP; zwischen April 1990 und Mai 1991) (Grammy)
  • This Is Hip – John Lee Hooker & Ry Cooder (LP; Mai 1991),
  • Chill Out (Things Gonna Change) – John Lee Hooker & Carlos Santana (LP; April 1991 und Juli 1993)
  • Kiddio – John Lee Hooker & Charles Brown (LP; 1994)
  • Dimples – John Lee Hooker & Los Lobos (LP; September 1996)
  • Don’t Look Back (LP; April – September 1996) (zwei Grammys)
  • Boogie Chillen’ – John Lee Hooker & Eric Clapton (LP; Juni 1998)